Schloßbühl
Highlights
- Es diente von 1954 bis 1979 als Malteser Kinderheim und später als Auffanglager für vietnamesische Flüchtlinge.
- Das Schloss ist seit 2002 unter Denkmalschutz und wurde teilweise saniert, um weiterhin erhalten zu werden.
Tipps
- Das Schloss ist heute nicht öffentlich zugänglich, aber von außen besichtigbar.
- Ein Spaziergang durch den angrenzenden Fürstlich Hohenzollerischen Park lohnt sich.
- Das Gelände eignet sich für Fotografien, besonders aus der Ferne.
Eigenschaften
Über Schloßbühl
Das Schloßbühl in Krauchenwies im Landkreis Sigmaringen ist ein klassizistisches Schloss, das heute als historisches Denkmal erhalten ist. Es liegt am Ortsrand von Krauchenwies, in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 311 und grenzt an den Fürstlich Hohenzollerischen Park. Seit 1595 befand sich das Gelände im Besitz der Grafen von Hohenzollern-Sigmaringen, die es als Sommersitz nutzten. Die heutige Anlage entstand im 18. Jahrhundert als Umbau einer älteren Renaissanceschlossanlage und zeigt deutliche Merkmale des Frühklassizismus.
Die Geschichte des Schlosses reicht weit zurück. Bereits im Mittelalter existierte an dieser Stelle eine Wasserburg, die erstmals urkundlich erwähnt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Im Zuge des 30-jährigen Krieges kam es zu Zerstörungen durch schwedische Truppen. Im 18. Jahrhundert erfolgte unter Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen eine grundlegende Umgestaltung, wodurch die heutige hufeisenförmige Anlage mit drei Flügeln entstand. Im Westflügel befand sich eine Kapelle, nördlich davon die Küche. Weitere Nebengebäude wie ein Marstall, eine Wagenremise und eine Orangerie ergänzten den Komplex.
Das Schloss beherbergte nicht nur Adelige, sondern diente auch verschiedenen historischen Funktionen. Im 19. Jahrhundert wurde es zeitweise als Wohnsitz des Erbprinzen Karl und seiner Frau Antoinette genutzt. In der Schlosskapelle befanden sich Gemälde des Ulmer Malers Bartholomäus Zeitblom, die später in bedeutende Kunstsammlungen übergingen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gebäude als eines von fünf Lagern des weiblichen Reichsarbeitsdienstes genutzt, darunter auch von der späteren Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es unter anderem als Kinderheim der Malteser und später als Unterkunft für vietnamesische Flüchtlinge.
In den 1990er Jahren wurde das Schloss aufgegeben und geriet zunehmend in Verfall. Da weder die Gemeinde Krauchenwies noch das Haus Hohenzollern bereit waren, die notwendigen Sanierungskosten zu tragen, wurde 2001 sogar ein Abrissantrag gestellt. Dieser wurde jedoch vom Denkmalschutz abgelehnt, und 2002 wurde festgestellt, dass wesentliche Teile des Gebäudes erhaltenswert seien. Seitdem wurden erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, unter anderem durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, um das Gebäude vor weiterem Verfall zu bewahren.