Denkmal/Gedenkstätte

Burgstall Oberlichtenwald

93170 Bernhardswald

Highlights

  • Der Burgstall Lichtenberg liegt bei Bernhardswald im Landkreis Regensburg und wurde um 1160 von den Herren von Lichtenberg erbaut.
  • Die Familie Lichtenberg war ministerialisch sowohl dem Hochstift Regensburg als auch den Wittelsbachern verbunden.

Tipps

  • Der Burgstall Lichtenberg liegt auf etwa 530 Metern Höhe und ist über einen Waldweg erreichbar.
  • Vor Ort finden sich Ruinen einer mittelalterlichen Burg sowie eine katholische Nebenkirche St. Johannes d. Täufer.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burgstall Oberlichtenwald

Der Burgstall Oberlichtenwald im Ortsteil Lichtenberg der Gemeinde Bernhardswald im Landkreis Regensburg ist eine abgegangene Höhenburg, die auf etwa 530 Metern über Normalnull thront. Die mittelalterliche Anlage wird heute als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6939-0019 im Bayernatlas geführt und zählt zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Ursprünglich als Burgstall Lichtenberg bekannt, erhielt sie ihre heutige Bezeichnung im Zusammenhang mit dem Adelsgeschlecht der Lichtenberger, das hier um das Jahr 1160 die erste Burg errichtet hatte.

Die Burg spielte eine bedeutende Rolle in der mittelalterlichen Geschichte der Oberpfalz. Die Lichtenberger waren Ministerialen des Hochstifts Regensburg und engagierten sich sowohl im kirchlichen als auch im weltlichen Umfeld. Mehrere Mitglieder der Familie tauchen in Urkunden des Bistums Regensburg sowie verschiedener Klöster wie Prüfening, Reichenbach und St. Emmeram auf. Im Laufe des 13. Jahrhunderts übernahm Hermann von Lichtenberg sogar das Amt des Bürgermeisters von Regensburg. Die Familie verlegte ihren Stammsitz jedoch im 14. Jahrhundert auf die neu errichtete Burg Oberlichtenwald, wodurch die ursprüngliche Anlage allmählich an Bedeutung verlor.

Die Verbindung zur bayerischen Herzogsfamilie der Wittelsbacher verstärkte sich im weiteren Verlauf. 1272 wurde die Burg Lichtenberg offiziell an den bayrischen Herzog Ludwig übertragen, wobei die Lichtenberger weiterhin als Schiedsleute und Verbündete der Wittelsbacher fungierten. Dennoch blieben sie dem Hochstift Regensburg verbunden, wie aus verschiedenen Urkunden hervorgeht, in denen Mitglieder der Familie im Auftrag des Bischofs tätig waren. Die Burg Oberlichtenwald diente fortan als neuer Adelssitz, bevor auch dieser im Jahr 1365 verkauft wurde.

Heute zeugt der Burgstall von einer bewegten Vergangenheit und einem einst bedeutenden Adelsgeschlecht. Die archäologischen Spuren der Anlage sowie die Erwähnungen in historischen Urkunden machen den Ort zu einem wichtigen Zeugnis mittelalterlicher Burgenkultur in der Oberpfalz. Die Ruine ist nicht mehr begehbar, doch das Gelände lädt zu einer stillen Auseinandersetzung mit der Geschichte ein. Die nahegelegene Katholische Nebenkirche St. Johannes der Täufer in Lichtenberg ergänzt das kulturelle Erbe des Ortes.

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