Kirche/Kloster

Pfarrei Moosham

Hauptstraße 16, 93098 Mintraching

Highlights

  • Der 38 m hohe Kirchturm (Unterbau 1472, Chor 1480) und barocke Schnitzereien wie die Rosenkranzmadonna prägen die seit 1894 neuromanisch umgestaltete Pfarrkirche.
  • 1953 erhielt die Kirche ein goldgefasstes Altarretabel von Jakob Helmer, inspiriert von böhmisch-oberpfälzischen Akanthusaltären, nach einer barocken Umgestaltung.

Tipps

  • Der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert mit dem datierten Unterbau von 1472 und dem Chor von 1480 bietet mit 38 Metern Höhe einen markanten Aussichtspunkt über die Umgebung.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Moosham (Mintraching) entdecken

Die Pfarrei Moosham in Mintraching ist ein historisches Sakralbauwerk mit einer über tausendjährigen Tradition, die tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Der Ortsname „Moosham“ leitet sich vermutlich von „Mosaheim“ ab, was „Sumpfheim“ bedeutet und auf eine bajuwarische Siedlung im Pfattermoos hinweist. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahr 883, doch ob bereits damals eine Kirche bestand, bleibt ungewiss. Spätestens bald darauf erlangte der Ort jedoch den Status einer Pfarrkirche, wie die lückenlose Liste der Pfarrherren seit 1234 belegt.

Der heutige Kirchenbau vereint Elemente aus verschiedenen Epochen und spiegelt die wechselvolle Geschichte des Ortes wider. Besonders prägend sind der Unterbau des Turmes sowie der Chor, die beide im 15. Jahrhundert entstanden und seit dieser Zeit unverändert geblieben sind. Der 38 Meter hohe Turm dominiert mit seinem weithin sichtbaren Anblick die Landschaft und war einst Teil eines gotischen Kirchenraums, der bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte. Die Ausstattung der Kirche wurde immer wieder dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst, sodass heute barocke Elemente wie Gemälde der Himmelfahrt Mariens oder die Figur der „Mooshamer Madonna“ erhalten geblieben sind.

Im späten 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung so stark, dass eine Erweiterung der Pfarrkirche notwendig wurde. 1894 entstand ein neues, geräumiges Langhaus mit einer Holzfelderdecke und einer Westempore, das im Stil der Neuromanik gestaltet wurde. Der ursprüngliche neuromanische Hochaltar von Georg Dengler erschien jedoch bald zu klein, um der Kirche eine würdige Mitte zu verleihen. Deshalb wurde 1953 eine weitere Umgestaltung vorgenommen: Barocke Altarteile wurden in eine Kriegerkapelle ausgelagert, und der Regensburger Bildhauer Jakob Helmer schuf ein neues, goldgefasstes Altarretabel im Stil böhmisch-oberpfälzischer Akanthusaltäre.

Auf den ersten Blick mag die Pfarrei Moosham mit ihrer uneinheitlichen Architektur weniger beeindruckend wirken als die gefälligen Barockkirchen der Umgebung. Doch genau diese Vielfalt macht ihren Reiz aus: Jede Kirche ist zunächst ein Ort des Gottesdienstes, bevor sie zum historischen Denkmal wird. Wer sich näher mit den Details beschäftigt, entdeckt in den Schnitzereien, Gemälden und der Baugeschichte eine faszinierende Spurensuche durch die Jahrhunderte – ein Zeugnis des Glaubens und des regionalen Erbes, das bis heute lebendig bleibt.

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