Kirche/Kloster

Johanniterkirche

Schloßinsel 1, 17252 Mirow

Highlights

  • Die Johanniterkirche in Mirow wurde 1351 erstmals urkundlich als gotische Backsteinanlage erwähnt.
  • Nach einem Brand 1742 erhielt die Kirche einen barocken Innenraum mit Voutendecke und prächtigem Hochaltar.
  • Der Turm erhielt 1747 eine dreiteilige barocke Spitze aus Welscher Haube und Helm – Symbol der Schloßinsel.

Tipps

  • Der barocke Turmaufstieg bietet eine Aussicht über die Schloßinsel und den Mirower See, die für Besucher eine historische Perspektive auf die Umgebung ermöglicht.
  • Die Johanniterkirche verfügt über einen barocken Innenraum mit Voutendecke und einem prächtigen Hochaltar, der die Architektur des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.
  • Ein Teil der Dachfläche der Kirche wird durch eine solarthermische Anlage genutzt, die denkmalgerecht integriert und für die Energieversorgung der Gemeinde eingesetzt wird.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Johanniterkirche Mirow: Sakrale Kultur im Herzen Mecklenburgs

Die Johanniterkirche in Mirow ist ein historisches Juwel am Südostende des Mirower Sees, direkt auf der Schloßinsel gelegen. Ihre Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die Johanniter hier eine Ordensniederlassung (Komturei) errichteten – ein Meilenstein, der Mirow erstmals urkundlich im Jahr 1227 erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche als Backsteinbau im gotischen Stil erbaut, wobei der schmale Ostteil als Chor diente und der breitere Westteil den Kirchensaal bildete. Die Kirche war nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch politisch bedeutsam: Die Johanniter kontrollierten weite Teile des heutigen Amts Mirow und prägten die Region über Jahrhunderte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte Mirow unter Herzog Adolf Friedrich II. von Mecklenburg-Strelitz eine Blütezeit. 1742 zerstörte ein Großbrand die Kirche vollständig, doch bereits 1747 entstand unter barocken Einflüssen ein neuer Bau – geprägt von einem prächtigen Hochaltar und einer dreiteiligen Turmspitze aus Welscher Haube, Laterne und geschwungenem Helm. Besonders markant ist die barocke Voutendecke im Innenraum, die dem Raum eine repräsentative Note verlieh. Die Turmspitze, gestiftet von Herzog Adolf Friedrich II., wurde zum Wahrzeichen der Stadt und thront heute noch über dem Baumbestand der Schloßinsel.

Die Johanniterkirche ist heute eine lebendige evangelische Kirchengemeinde mit rund 93 Mitgliedern und 14 Ehrenmitgliedern. Die Kirche engagiert sich zudem für den Erhalt des regionalen Denkmalgutes und setzt auf nachhaltige Energiegewinnung: Eine Solaranlage auf dem Dach versorgt Teile der Kirche mit Ökostrom und unterstreicht den modernen Umgang mit historischem Erbe.

Als Teil der bewegten Geschichte Mecklenburg-Strelitz’ verbindet die Johanniterkirche sakrale Tradition mit regionaler Identität. Die barocke Umgestaltung nach dem Brand spiegelt den Wandel von einer Ordensniederlassung zu einer fürstlichen Schloßkirche wider – ein Zeugnis der Verbindung zwischen Kirche, Adel und Bürgertum in der Region. Heute ist sie nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Ort der Begegnung und des kulturellen Erbes, der Besucher aus nah und fern anzieht.

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