Kirche/Kloster

Dorfkirche Groß Machnow

Kirchstraße 1, 15834 Rangsdorf-Groß Machnow

Highlights

  • Die Dorfkirche Groß Machnow ist ein vierteiliger Feldsteinbau mit Querwestturm und behält ihre ursprüngliche Baustruktur bei.
  • Auffällige Bauelemente sind die pseudoisodome Mauerwerksausführung im Schiff und Turm sowie die barocken Korbbogenfenster.
  • Die Kirche liegt am Nordende des Dorfangers im ehemaligen Friedhof und zeigt eine leichte magnetische Abweichung zur Ost-West-Achse.

Tipps

  • Die Kirche liegt am Nordende des Dorfangers im ehemaligen Friedhof, gut zu Fuß erreichbar.
  • Die Baustruktur zeigt einen vierteiligen Feldsteinbau mit Querwestturm und barocken Umbauten.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Dorfkirche Groß Machnow

Die Dorfkirche Groß Machnow liegt im Ortsteil Groß Machnow der Gemeinde Rangsdorf im Kreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Sie steht am Nordende des Dorfangers innerhalb eines ehemaligen, heute nicht mehr bestehenden Friedhofs. Die evangelische Kirche ist ein sakraler Feldsteinbau mit einer Baustruktur, die weitgehend ihre ursprüngliche Form bewahrt hat. Charakteristisch sind der Querwestturm, das kurze Schiff, der eingezogene Chor sowie die flache Kreisbogenapsis. Das Gebäude misst im Schiffsbereich 10,80 x 10,80 Meter, der Chor ist leicht eingezogen mit Maßen von 8,05 x 8,10 Metern.

Das Mauerwerk der Kirche hinterlässt einen sorgfältig gearbeiteten Eindruck, wobei in einigen Bereichen unterschiedliche Bauphasen erkennbar sind. Im unteren Bereich dominieren kleinformatige, gleichförmige Quadersteine, während sich in etwa drei Metern Höhe eine deutlich massivere Steinlage zeigt, besonders im Turm und Schiff. Der Ostgiebel des Schiffes besteht aus Backstein, ebenso wie Teile des Anbaus der Herrschaftsloge auf der Südseite. Diese Loge ragt östlich über die Chorlänge hinaus und wurde später angefügt. Ihre Mauerung ist unregelmäßiger und zeigt sowohl Feldsteine als auch Ziegel in unterschiedlichen Formaten. Auch eine Aufstockung mit Backstein ist sichtbar.

Die Bauweise weicht stellenweise vom isodomen Mauerwerk ab und zeigt pseudoisodome Züge, bei denen sich Steingröße und Lagenhöhe häufig wechseln. Im Turmbereich verändert sich die Mauerwerksqualität deutlich oberhalb der Traufhöhe: Die Steinlagen verlieren ihre Regelmäßigkeit, und grobe, nur äußerlich behauene Feldsteine sowie Ziegel in den Ecken kennzeichnen diesen Abschnitt. Auffällig ist auch die leichte magnetische Abweichung der Kirche von der exakten Ost-West-Ausrichtung, die nach Messungen aus dem Jahr 1999 etwa fünf Grad nach Südosten beträgt.

Die Fenster und Portale der Kirche zeugen von verschiedenen Epochen. Korbbogige Fenster, insbesondere an der Nord- und Südseite, stammen vermutlich aus der Barockzeit und haben das ursprüngliche Mauergefüge an mehreren Stellen beeinflusst. An der Südseite des Schiffes befindet sich ein rundbogiges Mittelportal, das etwa 170 Zentimeter hoch und 90 Zentimeter breit ist. In der Apsis sind zwei breite korbbogige Fenster sowie ein vermauertes, ursprüngliches Rundbogenfenster zu finden. Weitere Öffnungen auf Bodenhöhe, die vermutlich Zugänge zu einem Gruftanbau darstellten, wurden später wieder zugebaut. Auch der Chor verfügt über zwei korbbogige Fenster und eine deutlich sichtbare Backstein-Tür mit typischen Ziegelformaten der Zeit.

Die Kirche wird regelmäßig an den zweiten und vierten Sonntagen im Monat für Gottesdienste genutzt. Ihre architektonische Struktur, die klaren Bauphasen und die handwerkliche Qualität des Mauerwerks machen sie zu einem bemerkenswerten Beispiel ländlicher Sakralbaukunst im südlichen Brandenburg. Trotz Umbauten und Kriegsschäden, die in Form von Ersatzmauerwerk sichtbar sind, bleibt das Gebäude ein stimmiger Zeuge der regionalen Baugeschichte.

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