Bruck
Highlights
- Mitterfels war ein wichtiges Verwaltungs- und Verteidigungszentrum der Grafen von Bogen im Bayerischen Wald.
- Die Burg wurde 1194 erstmals urkundlich erwähnt und später von den Wittelsbachern übernommen.
- Heute beherbergt das Pflegschloss das Rathaus, und die Burganlage ist seit 2000 archäologisch gesichert.
Tipps
- Beim Besuch der Burgruine Mitterfels lohnt sich der Abstecher besonders für die Aussicht über das Menachtal und den historischen Ortskern.
- Der kleine Burggarten bietet eine ruhige Auszeit, allerdings sind die Toilettenanlagen nicht immer zugänglich.
- Auf dem Rundwanderweg Teufelsfels ist die Burg ein lohnenswerter Zwischenstopp mit sehenswerten alten Gebäuden.
Eigenschaften
Über Bruck
Die Burganlage von Bruck in Mitterfels-Schoppühl im Landkreis Straubing-Bogen ist ein geschichtsträchtiger Ort, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Ursprünglich war Mitterfels eine bedeutende Verwaltungs- und Verteidigungsstätte der Grafen von Bogen, die im 11. und 12. Jahrhundert Rodungsflächen im damals weitgehend unbesiedelten Bayerischen Wald erschlossen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1194. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach den Besitz, unter anderem kamen sie und das reiche Erbe der Grafen von Bogen 1242 an die Wittelsbacher Herzöge. Die Burg diente als Landgericht und wurde im Zuge verschiedener Konflikte militärisch genutzt, darunter auch während des Österreichischen Erbfolgekriegs. Besonders verheerend war der Pestausbruch im Jahr 1634, der fast die gesamte Bevölkerung dahinraffte.
Die heutige Burganlage liegt am Ende eines langen Bergsporns über dem Menach- oder Perlbachtal und bietet einen beeindruckenden Ausblick. Auf dem Gelände sind verschiedene historische Bauwerke erhalten, darunter das Pflegschloss und Gerichtsgebäude aus dem 18. Jahrhundert, das heute das Rathaus beherbergt. Ein markantes Element ist die dreibogige Brücke aus Bruch- und Backsteinen, die den tiefen Halsgraben überwindet und auf der Inschrift zufolge aus dem Jahr 1791 stammt. Auffällig ist, dass einer der Bögen mit einem Wohnhaus ausgebaut wurde, das bis vor Kurzem noch bewohnt war. Der Bergfried, der einst als Torturm diente, ist heute größtenteils überbaut, doch einzelne Buckelquader sind noch sichtbar. Die hohe Schildmauer ist von außen teilweise durch spätere Einbauten überdeckt, zeigt sich aber im hinteren Teil der Burg deutlich.
Ein weiteres Bauwerk von besonderem Interesse ist das Heimatmuseum, das sich in einem angelehnten Gebäude aus der frühen Neuzeit befindet, das den ehemaligen Palas ersetzte. Darin sind unter anderem Prozessakten aus vergangenen Jahrhunderten sowie eine Votivtafel der Pflegersgattin Maria Josepha Yberle aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Auf einer vorgelagerten Terrasse erstreckt sich der eindrucksvolle Zwinger mit runden Mauertürmen und Schießscharten, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Die Burg ist über eine Straße erreichbar, die von historischen Gebäuden gesäumt wird, darunter das älteste komplett erhaltene Holzhaus Deutschlands, die Hien-Sölde, dessen Balken auf das Jahr 1436 datiert wurden. Die Anlage ist frei zugänglich und lädt mit ihrem Burggarten zum Verweilen ein. Lediglich die sanitären Einrichtungen sind nicht uneingeschränkt nutzbar.
Die Burg von Bruck ist Teil eines Rundwegs, der auch den nahegelegenen Teufelsfels umfasst und somit eine lohnenswerte Kombination aus Natur und Geschichte bietet. Besucher berichten von einer schönen Aussicht über das Menachtal und bewerten die Anlage insgesamt mit 4,6 von 5 Sternen. Besonders hervorgehoben wird der kleine Burggarten als ruhiger Ort, während der Zustand der Toiletten kritisiert wird. Das Museum ist saisonal geöffnet und wurde von einigen Besuchern aufgrund seiner Winterpause nicht besucht. Dennoch bleibt die Burganlage ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Bausubstanz und regionaler Geschichte im niederbayerischen Umland.