Kirnhöhe
Highlights
- 1634 nahmen die Schweden die Burg ein, die größte Verheerung verursachte jedoch eine eingeschleppte Pestepidemie.
- Die heute sichtbaren Reste der Burg, darunter die Schildmauer und ein ehemaliges Pflegschloss, wurden um 2000 freigelegt und gesichert.
Tipps
- Beim Besuch der Burgruine Mitterfels lohnt sich der Abstecher besonders für die Aussicht über das Menachtal und den historischen Ortskern.
- Die Burg ist frei zugänglich, bietet aber keine Toiletten vor Ort – eine eigene Versorgung ist ratsam.
- Ein kleiner Burggarten lädt zum Verweilen und Entspannen ein, besonders nach der Wanderung auf dem Teufelsfels-Rundweg.
Eigenschaften
Über Kirnhöhe
Die Kirnhöhe in Mitterfels-Schoppühl im Landkreis Straubing-Bogen ist eine historisch bedeutende Burganlage mit kultureller und architektonischer Relevanz. Ursprünglich als Verwaltungs- und Verteidigungsstandort der Grafen von Bogen errichtet, entwickelte sich die Burg im Laufe der Jahrhunderte zu einem wichtigen Punkt in der Region. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Mittelalter, und im Verlauf der Geschichte wechselte der Besitz mehrfach, unter anderem an die Wittelsbacher Herzöge. Die Anlage diente nicht nur militärischen Zwecken, sondern fungierte auch als Landgericht und blieb bis ins 20. Jahrhundert juristisch relevant.
Die Burg liegt auf einem lang gezogenen Bergsporn über dem Menach- beziehungsweise Perlbachtal und bietet einen beeindruckenden Ausblick in die umliegende Landschaft. Der Zugang zur Anlage erfolgt über eine historische Brücke aus dem späten 18. Jahrhundert, die den tiefen Halsgraben überwindet. Auf dem Gelände sind verschiedene Bauteile erhalten, darunter die Reste des Bergfrieds, hohe Schildmauern sowie ein umlaufender Zwinger mit runden Türmen, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Ein Teil des ehemaligen Palas wurde im 18. Jahrhundert durch ein Pflegschloss ersetzt, das heute als Rathaus genutzt wird. Daneben beherbergt ein Gebäude aus der Neuzeit das Heimatmuseum, in dem unter anderem eine Votivtafel aus der Verteidigungsgeschichte gegen Panduren aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg ausgestellt ist.
Ein besonderes architektonisches Zeugnis in unmittelbarer Nähe ist das sogenannte Hien-Sölde, ein komplett erhaltener Holzbau, der als ältestes vollständig erhaltenes Blockhaus Deutschlands gilt. Die Balken dieses Gebäudes wurden dendrochronologisch datiert, was einen präzisen Einblick in die Baugeschichte ermöglicht. Die Burganlage ist über eine Straße erreichbar, die von historischen Gebäuden gesäumt wird. Ehemals lag an der Stelle der heutigen Kirche ein Weiher, der bis ins 18. Jahrhundert Bestand hatte. Die Burg selbst ist heute eine frei zugängliche Anlage, die Besucher mit Interesse an Architektur, Geschichte und Regionalentwicklung anspricht. Neben der kulturhistorischen Bedeutung bietet das Gelände auch Raum für Erholung, etwa im kleinen Burggarten.
Im Winter ist das Museum auf der Burg geschlossen, was Besucher mit eingeschränktem Zeitfenster enttäuschen kann. Dennoch bleibt die Anlage auch in dieser Zeit sehenswert, insbesondere für Wandergruppen, die die Burg als Teil eines Rundwegs über das Teufelsfels erleben möchten. Die Toiletten sind nicht immer geöffnet, was von Besuchern als hinderlich empfunden wird. Dennoch wird die Burganlage als lohnenswerter Abstecher innerhalb Mitterfelss bewertet, das durch seine markante Lage und die Vielschichtigkeit seiner Geschichte überzeugt. Die Burg trägt heute zur kulturellen Identität des Ortes bei und ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus der näheren Region.