Museum

Heimatstube Podersam-Jechnitz

Lucas-Cranach-Straße 27, 96317 Kronach

Highlights

  • Die Heimatstube Podersam-Jechnitz in Kronach zeigt die Geschichte des vertriebenen Heimatkreises aus Westböhmen.
  • Das Museum befindet sich im historischen Fiedlerhaus in der Oberen Stadt und ist seit 1986 geöffnet.
  • Es präsentiert über 90 Ortschaften mit Fotos, Urkunden, Modellen und Alltagsgegenständen der verlorenen Heimat.

Tipps

  • Besuch nur samstags oder sonntags nach vorheriger Anmeldung per E-Mail möglich.
  • Anfragen sollten mindestens 3-4 Wochen vor dem gewünschten Termin gestellt werden.
  • Das Museum zeigt historische Exponate, Dokumente und Modelle zur Kultur und Geschichte des Heimatkreises Podersam-Jechnitz.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Heimatstube Podersam-Jechnitz

Die Heimatstube Podersam-Jechnitz in Kronach ist eine kulturhistorische Einrichtung des Kulturkreises Podersam-Jechnitz und befindet sich im sogenannten „Fiedlerhaus“ in der Oberen Stadt. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt seit 1986 Räume, die den vertriebenen Bewohnern des ehemaligen Landkreises Podersam-Jechnitz als Gedenkstätte und Ort der Begegnung dienen. Die Patenstadt Kronach, gelegen etwa 165 Kilometer westlich der ehemaligen Heimat, stellte die Räume zur Verfügung, um die Geschichte und Kultur der verlorenen Region lebendig zu erhalten.

Die Ausstellung gliedert sich in mehrere Räume, die verschiedene Aspekte der regionalen Geschichte dokumentieren. Im ersten Raum bietet eine vergrößerte Bezirkskarte aus dem Jahr 1902 einen Überblick über das ehemalige Gebiet. Wandvitrinen informieren über die geschichtliche Entwicklung sowie die Vertreibung der Bevölkerung. Zu jeder der 92 Ortschaften des Bezirks liegen Ordner mit Dokumenten, Fotos und Erinnerungsstücken vor. Besondere Exponate sind ein Modell der Schillerwarte von Kriegern sowie ein Schiller-Relief eines lokalen Künstlers, ergänzt durch eine Bronzetafel eines Kriegerdenkmals. Die heraldischen Wappen der neun Heimatstädte zieren die Wände, während Flachvitrinen Urkunden und historische Schriftstücke präsentieren.

Der zweite Raum beinhaltet unter anderem ein Modell der romanischen Jakobskirche von Rudig, die als älteste Kirche des Bezirks gilt. Weitere Exponate sind ein originalgroßer kleiner Pflug sowie eine Hopfenanlage, die auf die landwirtschaftliche Tradition des Saazer Landes verweist. In Vitrinen werden Alltagsgegenstände wie Kleidung und Wäsche, Vereinsfahnen, Münzen und alte Geldscheine ausgestellt. Diese Objekte vermitteln einen anschaulichen Eindruck vom Leben in der Region vor der Vertreibung.

Im dritten Raum stehen schwenkbare Wandtafeln im Mittelpunkt, auf denen Fotos und Ortspläne aus allen Gemeinden des ehemaligen Kreises gesammelt sind. Eine eigene Ecke widmet sich Persönlichkeiten, die sich um die Heimatregion verdient gemacht haben. Auch genealogische Unterlagen wie Stammbäume und Grabtafeln sind zu sehen. Zwei Vitrinen enthalten verschiedene Andenken, darunter beispielsweise eine Geige. Die Vielfalt der Exponate spiegelt die kulturelle und soziale Vielschichtigkeit der ehemaligen Region wider.

Die Heimatstube Podersam-Jechnitz ist ein Ort des Erinnerns und Forschens, der den Besucher mit eindrucksvollen Exponaten und Dokumenten an die Geschichte einer verlorenen Heimat erinnert. Die Einrichtung wird vom Kulturkreis getragen und steht als kulturelle Gedächtnisstätte im Zentrum des bayerischen Frankenlands, ohne jedoch den direkten geografischen Bezug zur ehemaligen Region zu vergessen.

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