Denkmal/Gedenkstätte

Denkmal Gefangenenlager Zerbst 1914-1918

39261 Zerbst

Highlights

  • Das Denkmal erinnert an das Gefangenenlager Zerbst 1914–1918.
  • Etwa 15.000 bis 20.000 Kriegsgefangene wurden hier interniert.
  • Viele Gefangene starben an Unterernährung und Seuchen.

Tipps

  • Das Denkmal befindet sich hinter der Mozartstraße in Richtung Feuersäule.
  • Etwa 12.809 Kriegsgefangene sollen hier gehalten worden sein.
  • Der Muchelfriedhof wurde zwischen 1916 und 1920 als letzte Ruhestätte genutzt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Denkmal Gefangenenlager Zerbst 1914-1918

Das Denkmal Gefangenenlager Zerbst 1914–1918 erinnert an die Geschichte des während des Ersten Weltkrieges eingerichteten Kriegsgefangenenlagers in Zerbst. Es steht im Stadtgebiet und markiert den ehemaligen Standort des Lagers, in dem Zehntausende von Soldaten verschiedener Nationen interniert waren. Das Denkmal wurde errichtet, um das Gedenken an die zahlreichen Kriegsgefangenen wachzuhalten, die unter schwierigsten Bedingungen inhaftiert waren und viele davon ihr Leben verloren.

Während des Krieges wurden im Zerbster Lager vor allem russische, französische, englische und belgische Soldaten festgehalten. Die Unterkunft erfolgte in 56 Baracken, die von einem Landsturm-Bataillon bewacht wurden. Die Lage des Lagers hinter der Mozartstraße in Richtung Feuersäule prägte das Stadtbild und das Leben der Bevölkerung. Die Versorgungslage der Gefangenen war katastrophal: Unterernährung und Seuchen forderten viele Opfer. Tausende von Gefangenen fanden ihren Tod und wurden auf dem Muchelfriedhof begraben, einem Friedhof, der ab 1916 als letzte Ruhestätte für Verstorbene aus dem Lager diente.

Das steinerne Denkmal, das heute erhalten ist, trägt eine Inschrift in den Landessprachen der Gefangenen und verspricht diesen „ewiges Gedenken“. Ursprünglich zierte ein Adler das Bauwerk, der im Zuge der Nachkriegszeit entfernt wurde. In der Zeit nach 1945 wurde das Denkmal sogar missbraucht, als Ziel für Schießübungen. In den 1990er Jahren erfolgte eine Ordnung und Pflege des Geländes unter Beteiligung der Bundeswehr. Heute erhebt sich an der Stelle eine Gedenksäule mit der Inschrift „pro patria“ – für das Vaterland – und dient als Mahnmal sowie Blickpunkt auf dem ehemaligen Exerzierplatz.

Die Zahl der insgesamt durch das Lager geführten Kriegsgefangenen wird auf etwa 15.000 bis 20.000 geschätzt. Zeitzeugenberichte, wie jener eines Wachmannes aus dem Jahr 1915, verdeutlichen die menschlichen Schicksale, die im Lager eine zentrale Rolle spielten. Sie beschreiben nicht nur die harten Bedingungen, sondern auch die zwischenmenschlichen Begegnungen jenseits der Frontlinien. Das Denkmal steht somit nicht nur als Zeuge einer dunklen Zeit der Geschichte, sondern auch als Ort des Erinnerns an die Opfer des Ersten Weltkrieges in Zerbst.

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