Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstein Waldensiche Flüctlinge 1699

Familie-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Highlights

  • Gedenkstein für Waldensicher Flüchtlinge aus dem Jahr 1699 in Mörfelden-Walldorf.
  • Erinnerung an deportierte Jüdinnen und Juden, darunter 15.000 Kinder, von 1941 bis 1945 in Theresienstadt.
  • Projekt zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und jüdischer Geschichte an der Bertha-von-Suttner-Schule.

Tipps

  • Besucher sollten sich über die Geschichte der Waldensichen Flüchtlinge von 1699 sowie aktuelle Gedenkveranstaltungen im Horváth-Zentrum informieren.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders im Rahmen der Veranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit und zur Auseinandersetzung mit Demokratie.
  • Interessierte können an Führungen zur KZ-Außenstelle Walldorf teilnehmen und sich im Horváth-Zentrum über Bildungsprojekte mit Schüler*innen informieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenkstein Waldensiche Flüchtlinge 1699 in Mörfelden-Walldorf – Kulturdenkmal A

Der Gedenkstein Waldensiche Flüchtlinge 1699 in Mörfelden-Walldorf erinnert an eine bedeutende Episode der frühen Geschichte der Region im Kreis Groß-Gerau in Hessen. Er steht Zeugnis ab von der Aufnahme von Waldensern, einer religiösen Minderheit, die aufgrund ihrer Glaubensüberzeugungen verfolgt wurde und im späten 17. Jahrhundert Zuflucht in dieser Gegend suchte. Die Waldenser, auch Vaudois genannt, lebten ursprünglich im südlichen Frankreich und im nordwestlichen Italien, wurden jedoch im Zuge der Reformation und Gegenreformation wegen ihres reformierten Glaubens zunehmend unterdrückt. Viele von ihnen flohen in verschiedene Gebiete Europas, darunter auch in die damals katholisch geprägte Region um Mörfelden-Walldorf.

Die Aufnahme der Flüchtlinge im Jahr 1699 war Teil einer bewussten Integrationspolitik der Landesherren, die Arbeitskräfte und neue Impulse für die ländliche Entwicklung suchten. Die Waldenser brachten handwerkliches Geschick, landwirtschaftliches Wissen und einen starken Gemeinschaftssinn mit, der zur Stärkung der lokalen Infrastruktur und Kultur beitrug. Ihre Ansiedlung fand hauptsächlich in der sogenannten "Waldensiche" statt, einem Gebiet, das bis heute ihren Namen trägt und in dem sich ihre Nachkommen in Form von Familiennamen und Traditionen bis heute erhalten haben.

Der Gedenkstein selbst ist nicht nur ein Denkmal für die Aufnahme der Flüchtlinge, sondern steht auch symbolisch für die lange Tradition der Gastfreundschaft und des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen in der Region. Er erinnert daran, dass Flucht, Vertreibung und Integration zentrale Themen der deutschen Geschichte sind – ein Thema, das bis heute gesellschaftliche Relevanz besitzt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Horváth-Zentrum, eine Einrichtung der Margit-Horváth-Stiftung, die sich intensiv mit den Themen Erinnerungskultur, Demokratie und Menschenrechte auseinandersetzt und regelmäßig Veranstaltungen zu historischen und zeitgeschichtlichen Fragestellungen durchführt.

Die Stiftung engagiert sich nicht nur für die Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen, sondern knüpft auch Brücken zu früheren Epochen des Zusammenlebens unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Herkunft. In diesem Kontext gewinnt der Gedenkstein Waldensiche Flüchtlinge eine zusätzliche Bedeutung: Er wird zu einem Ort des Lernens, der Reflexion und des kulturellen Austauschs. Die zahlreichen positiven Bewertungen des Standorts spiegeln wider, wie sehr dieser Ort bei Besucherinnen und Besuchern, aber auch bei Künstlerinnen und Aktiven der Erinnerungsarbeit, Resonanz findet.

Mit seiner zentralen Lage in Mörfelden-Walldorf und seiner Verknüpfung mit zeitgenössischen Bildungsprojekten ist der Gedenkstein ein kultureller Ankerpunkt im Kreis Groß-Gerau. Er lädt dazu ein, Geschichte vor Ort zu erfahren, sich mit den Ursachen und Folgen von Flucht und Vertreibung auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit in der heutigen Zeit neu zu bedenken. Der Stein ist somit nicht nur ein Zeuge der Vergangenheit, sondern auch ein Mahnmal für die Zukunft.

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Häufige Fragen zu Gedenkstein Waldensiche Flüctlinge 1699

Was ist der Gedenkstein Waldensiche Flüchtlinge 1699 in Mörfelden-Walldorf?
Der Gedenkstein erinnert an die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Waldensiche in Mörfelden-Walldorf im Jahr 1699. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Warum wurden Flüchtlinge 1699 in Mörfelden-Walldorf aufgenommen?
1699 suchten Waldenser aus Südfrankreich Schutz vor religiöser Verfolgung und fanden Aufnahme in Mörfelden-Walldorf. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Welche Aktivitäten unternimmt die Margit-Horváth-Stiftung zum Gedenken?
Die Stiftung organisiert Lesungen, Bildungsprojekte und Gedenkveranstaltungen, u.a. zum Holocaust und Flüchtlingsgeschichte. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Gedenkstein und aktuellen Flüchtlingsprojekten?
Ja, die Stiftung knüpft historische und aktuelle Themen wie Flucht und Integration miteinander. Stand Juni 2026.

Quelle: website