Trutzburg Heppenheim
Eigenschaften
Über Trutzburg Heppenheim
Die Trutzburg Heppenheim ist eine phantasiereiche Nachbildung einer mittelalterlichen Höhenburg in Hanglage, die ungenehmigt vom Imker Volker Sieradzki seit 2004 in Eigenarbeit errichtet wurde. Das Bauwerk südöstlich der Starkenburg in Heppenheim weckte landesweites Interesse und wurde durch Medienberichte in der Hessenschau und im Radio bekannt. Geplant war ursprünglich die Schaffung eines Umweltzentrums für Kinder, doch bereits ein Jahr später wurde eine Baugenehmigung verweigert und eine Abrissverfügung erlassen.
Das Gelände befindet sich nördlich der Landesstraße L3810, auf dem Weg vom Stadtzentrum Heppenheim Richtung Erbach, am Rande des Odenwaldes im Kreis Bergstraße. Trotz der Anordnung zum Abriss setzte der Bau unbeirrt fort. Über Jahre hinweg ignorierten Behörden die Fortführung der Arbeiten, bis die Problematik im Zuge einer Zwangsversteigerung der betroffenen Grundstücke erneut öffentlich wurde. Dabei spaltete sich die Meinung in der Bevölkerung: Während viele Heppenheimer den Erhalt der Burg befürworteten, standen offizielle Stellen weiterhin einem Abriss gegenüber.
Die Diskussion eskalierte Anfang 2012, als die zuständigen Behörden mit den Abrissarbeiten begannen. Ein Teil der Anlage, eine Kräuterspirale, war bereits im März abgerissen worden. Am 6. Juni desselben Jahres folgte der Abriss der restlichen Burganlage durch das Kreisbauamt. Die Arbeiten zogen erhebliche mediale Aufmerksamkeit nach sich – sowohl regional als auch überregional. Zahlreiche Leserbriefe und Online-Petitionen zeugten von breiter öffentlicher Anteilnahme. Laut Angaben des Bauherrn hatten hunderte Unterstützer geschrieben, darunter auch viele private Initiativen und Nutzer von Internetportalen.
Volker Sieradzki selbst zeigte sich überzeugt davon, dass die Behörden die Burg letztendlich nicht vollständig abreißen würden, da er bereits hunderte Tonnen Material verbaut hatte. Inspiriert von Burgen in Schottland, plante er weitere Ausbauten. Seine Argumentation gründete sich neben dem kulturellen Aspekt auch auf die enorme Arbeitsleistung, die in das Projekt geflossen war. Dennoch endete das Vorhaben mit dem vollständigen Abriss des Bauwerks, das innerhalb weniger Stunden geschleift wurde.