Denkmal/Gedenkstätte

Zeche Rheinpreußen

Zechenstraße 50, 47443 Moers

Highlights

  • Die Zeche Rheinpreußen war das erste Bergwerk auf der linken Rheinseite und gehörte zu den großen Zechen des Ruhrgebiets.
  • Gegründet 1851 von Franz Haniel, begann der Bergbau zunächst mit schwierigen Teufarbeiten im Schwimmsand.
  • Heute ist Schacht IV als Industriedenkmal erhalten und kann im Moerser Schlosspark besichtigt werden.

Tipps

  • Das Industriedenkmal Zeche Rheinpreußen bietet Einblicke in die Geschichte des Steinkohlenbergbaus mit originaler Technik im Maschinenhaus.
  • Führungen werden vom Verein Grafschafter Museums- und Geschichtsverein angeboten, oft mit persönlichen Erzählungen ehemaliger Bergleute.
  • Das Gelände liegt in Moers-Westerbruch, nahe des Fernsehturms, und ist über Wege gut zu erreichen, auch von nahegelegenen Halden aus.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Zeche Rheinpreußen

Die Zeche Rheinpreußen in Moers ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk und heute bedeutendes Industriedenkmal sowie Bergbaumuseum in Nordrhein-Westfalen. Sie gilt als historische Sehenswürdigkeit und zeugt von der industriellen Vergangenheit der Region. Das Bergwerk wurde vom Industrieunternehmer Franz Haniel gegründet und war das erste auf der linken Rheinseite abgeteufte Grubenfeld. Es erstreckte sich über große Teile der Moerser Stadtgebiete Westerbruch, Rheinkamp sowie Areale in Baerl und Homberg. Die Zeche spielte eine Schlüsselrolle im Bergbau des Ruhrgebiets und prägte über mehrere Jahrzehnte die lokale Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Geschichte der Zeche beginnt mit Mutungsbohrungen, bei denen man erstmals fündig wurde. Trotz schwieriger geologischer Bedingungen, wie Schwimmsandeinbrüchen und Wasserzuflüssen, gelang es, ein großes Grubenfeld zu erschließen. Inspiriert durch das französische Bergrecht, wurde das Gelände offiziell verliehen und der Bergbau intensiviert. Schon früh begann der Aufbau der Tagesanlagen, darunter Werkstätten, Kesselhäuser und später moderne Fördermaschinen. Mit der Ernennung von Heinrich Hochstrate als technischem Leiter wurden die Teufarbeiten effizienter gesteuert. Die Zeche entwickelte sich rasch zu einer der größten Bergbauanlagen der Region und wurde durch die Gründung der Gewerkschaft Rheinpreußen institutionalisiert.

Heute wird das ehemalige Bergwerk vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein betreut, der sich seit über einem Jahrhundert der Erhaltung der regionalen Geschichte verschrieben hat. Im ehemaligen Fördermaschinenhaus kann die restaurierte Technik besichtigt werden. Das Industriedenkmal Schacht IV bietet Besucherinnen und Besuchern nicht nur Einblicke in die Bergbaugeschichte, sondern auch in die Alltagskultur der Bergleute. Das Museum zeigt originalgetreue Arbeitsgeräte und Maschinen, die von ehemaligen Bergleuten und Vereinsmitgliedern liebevoll gepflegt und präsentiert werden. Die Leidenschaft und das Engagement der ehrenamtlichen Führungskräfte hinterlassen bei Gästen einen bleibenden Eindruck.

Die Zeche Rheinpreußen ist nicht nur ein Ort der technischen Denkmalpflege, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt in Moers. Sie lädt zur Erkundung ein – etwa auf Wanderwegen zur benachbarten Halde oder im Rahmen von Veranstaltungen wie der „Nacht der Geschichte“. Das Areal liegt im Industriegebiet, doch der Kontrast zwischen urbaner Umgebung und industrieller Kultur macht den Reiz des Ortes aus. Besucher berichten von herzlichem Empfang, fundierten Führungen und einem authentischen Einblick in die Welt des Steinkohlebergbaus. Mit einer Bewertung von 4,7 von 5 Sternen bei zahlreichen Bewertungen gehört die Zeche zu den besonders empfehlenswerten Kultur-Highlights der Region.

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