Zeittafel
Highlights
- Die Skulptur "Zeittafel" von Gabriella Fekete steht im Erholungspark Biegerhof in Duisburg Süd.
- Menschliche Köpfe ohne Gesichter und vierstellige Zahlenreihen symbolisieren den Menschen als bloße Nummer.
- Das Werk thematisiert existenzielle Fragen und erinnert an historische sowie dystopische Zukunftsvisionen.
Tipps
- Besucher sollten sich vor dem Besuch über die künstlerische Aussage von Gabriella Fekete informieren, um die Installation besser zu verstehen.
- Die Zahlen zwischen den Köpfen haben bewusst keine tiefere Bedeutung und dienen der künstlerischen Konzeption.
- Ein Spaziergang durch den Erholungspark Biegerhof lohnt sich, um die Atmosphäre und räumliche Wirkung der Skulptur wahrzunehmen.
Eigenschaften
Über Zeittafel
Die „Zeittafel“ ist eine bedeutende Skulptur im Erholungspark Biegerhof im Stadtteil Duisburg-Süd. Das Werk der ungarischen Bildhauerin Gabriella Fekete wurde erstmals 1981 realisiert und zählt zu den markantesten künstlerischen Aussagen im öffentlichen Raum der Region. Die Anlage besteht aus einer Reihe von Metallschienen, zwischen denen graue, betonierte menschliche Köpfe aufgestellt sind. Diese Köpfe sind anonym und ohne individuelle Gesichtszüge gehalten – sie tragen weder Augen, noch Mund oder Nase. In den Zwischenräumen der Schienen sind vierstellige Zahlenreihen aus Metall eingelassen, deren Bedeutung bewusst offen bleibt.
Die künstlerische Aussage der „Zeittafel“ thematisiert die Entmenschlichung und Reduktion des Menschen auf bloße Nummern. Die Anordnung der Köpfe in Reih und Glied sowie die unpersönlichen Zahlen erzeugen Assoziationen zu historischen und fiktionalen Szenarien der Entrechtung und Entindividualisierung. Die Skulptur vermittelt ein existenzielles Grundgefühl, das durch die stumme Gleichförmigkeit der Figuren und die scheinbar willkürlichen Jahreszahlen verstärkt wird. Dabei wird der Betrachter konfrontiert mit Themen wie Vergänglichkeit, Schicksal und Verlorenheit – ein „Memento mori“, das in die friedliche Parklandschaft eingebettet ist.
Die Umgebung des Erholungsparks Biegerhof steht im Kontrast zur eindringlichen Stimmung der Skulptur. Während die Natur den Kreislauf von Vergehen und Erneuern sichtbar macht, bleibt die „Zeittafel“ als künstlerisches Denkmal zurück, das den Menschen in seiner zeitlichen und existenziellen Endlichkeit reflektiert. Die klare Formensprache und die räumliche Anordnung unterstreichen die emotionale und intellektuelle Kraft des Werkes. Die Künstlerin selbst hat darauf hingewiesen, dass die Zahlen keine konkrete historische oder zeitliche Bedeutung haben, sondern vielmehr als Symbol für die Sinnlosigkeit und Willkür einer reinen Numerik stehen sollen.
Die „Zeittafel“ ist nicht nur ein künstlerisches Werk, sondern auch ein Ort der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und philosophischen Fragestellungen. Sie über die Rolle des Individuums in der Masse, über Identität und Zeit nachzudenken. Die Rezeption ist dabei individuell geprägt – manche Besucher*innen empfinden die Skulptur als kraftvollen Impuls, andere als rätselhaft oder irritierend. Die Abwesenheit einer erklärenden Tafel vor Ort verstärkt diesen offenen Charakter und überlässt die Deutung dem Betrachter.