Kulturzentrum

Kugel1986ev

Opalstraße 9, 80995 München-Feldmoching-Hasenbergl

Highlights

  • Der Kulturverein Kugel1986ev dokumentiert die Geschichte des ersten kalmückisch-buddhistischen Tempels (1946–1953) in der Baracke 23 des DP-Lagers Schleißheim-Feldmoching.
  • Der Verein organisiert seit 1963 jährliche Ostereierausstellungen im Caritas-Freizeitheim Ludwigsfeld, initiiert von Hans Fasold und mit Werken lokaler Künstler.
  • Kugel1986ev führte erfolgreiche Rundgänge zur Siedlung Ludwigsfeld durch und setzt sich für den Erhalt historischer Bauten wie der KZ-Außenlager-Baracke an der Granatstraße ein.

Tipps

  • Die Siedlung Ludwigsfeld zeigt mit dem Bronzeesel von Prof. Wrba ein architektonisches Denkmal, das seit 1954 als markanter Bezugspunkt für Anwohner und Besucher dient.
  • Die Erkerbemalung von Max Lacher an der Achatstraße verbindet zeitgenössische Kunst mit der Siedlungsgeschichte und lädt zum Verweilen ein.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Kulturzentrum Kugel1986ev – Feldmoching-Hasenbergl

Das Kugel1986ev – kurz für *„Kugel – die Kulturgemeinschaft Ludwigsfeld“* – ist ein lebendiges Kulturzentrum im Münchner Norden, das sich seit Jahrzehnten als zentraler Treffpunkt und Initiator kultureller Projekte in der Siedlung Feldmoching-Hasenbergl engagiert. Der Verein entstand aus dem Bewusstsein für die einzigartige Geschichte des Viertels, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlings- und Auswandererlager sowie als Standort des KZ-Außenlagers Allach eine ambivalente, aber prägende Vergangenheit trägt. Seit seiner Gründung setzt sich die Kugel dafür ein, diese Geschichte aufzuarbeiten, gleichzeitig aber auch die lebendige, multikulturelle Gegenwart des Ludwigsfelds zu feiern – etwa durch Kunstausstellungen, Konzerte und historische Führungen.

Ein besonderer Fokus des Vereins liegt auf der Verbindung von Kunst und lokaler Identität. So wurde etwa die Tradition der Ludwigsfelder Ostereierausstellungen maßgeblich von der Kugel mitgestaltet, die in den 1960er-Jahren im Caritas-Freizeitheim (später *„Haus der offenen Tür“*) begann. Künstler wie Hans Fasold organisierten hier internationale Wettbewerbe, bei denen verzierte Eier nach Techniken wie Wachsmalerei, Ätzen oder Wollapplikation entstanden – ein Projekt, das bis in die 1970er-Jahre Bestand hatte und bis heute als Beispiel für bürgerschaftliches Schaffen gilt. Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern, etwa bei der Restaurierung des berühmten Bronzeesels von Prof. (Name nicht vollständig überliefert), unterstreicht das Engagement für kulturelle Erneuerung im Viertel.

Die Kugel1986ev ist zudem ein wichtiger Akteur in der Auseinandersetzung mit der dunklen Geschichte des Ludwigsfelds. Seit den 1990er-Jahren setzt sich der Verein für die Erinnerung an das KZ-Außenlager Allach ein, das von 1943 bis 1945 auf dem Gelände existierte. Gemeinsam mit Initiativen wie *„Gegen Vergessen – für Demokratie“* organisierte die Kugel Führungen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen, um die Spuren des NS-Terrors sichtbar zu machen – etwa durch die Dokumentation der Barackenruinen oder die Aufarbeitung der Zwangsarbeit. Gleichzeitig betont der Verein die multikulturelle Prägung des Viertels, etwa durch die Geschichte des ersten kalmückisch-buddhistischen Tempels in München, der ab 1946 im DP-Lager Feldmoching bestand.

Als Kulturverein verbindet die Kugel1986ev historische Aufklärung mit lebendiger Praxis: Ob durch Konzerte des Ludwigsfelder Chors, Ausstellungen zur Siedlungsgeschichte oder die Pflege lokaler Kunstschätze – der Verein schafft Räume für Begegnung und Reflexion. Besonders prägend war etwa die Ausstellung *„60 Jahre Siedlung Ludwigsfeld“*, die 2020 virtuell eröffnet wurde und das Interesse an der Viertelsgeschichte neu befeuerte. Damit bleibt die Kugel ein unverzichtbarer Ort für alle, die sich für die kulturelle und historische Identität von Feldmoching-Hasenbergl interessieren – zwischen Erinnerung, Kunst und Gemeinschaft.

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