Heilig-Kreuz-Kirche
Highlights
- Erbaut 1885 als neugotische Pfarrkirche durch Erzbischof Gregor von Scherr nach Plänen des Tiroler Bildhauers Joseph Beyrer.
- Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz; Fensterstiftungen durch Privatier Gebhard im südlichen Querschiff; Orgel von einer namhaften süddeutschen Firma.
- Archäologische Funde deuten auf eine frühe Besiedlung Giesings nahe der ursprünglichen romanischen Kirche, heute kaum noch sichtbar.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in den Kirchenraum ohne Stufen.
- Ein barrierefreier Parkplatz in unmittelbarer Nähe erleichtert die Anreise für Besucher mit eingeschränkter Mobilität.
- Die historische Orgel und die erhaltenen Fenster aus dem 19. Jahrhundert bieten Einblicke in die kunsthandwerkliche Ausstattung der Kirche.
Eigenschaften
Heilig-Kreuz-Kirche München-Obergiesing: Kulturdenkmal entdecken
Die Heilig-Kreuz-Kirche in München-Obergiesing-Fasangarten ist ein prägendes Wahrzeichen des Stadtteils und ein bedeutendes Beispiel für den historischen Kirchenbau im süddeutschen Raum. Gegründet als Ersatz für den überfüllten spätromanischen Vorgängerbau, entstand die heutige Kirche nach Plänen des Architekten Joseph Beyrer, dessen Werkstatt weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt war. Der Neubau markierte den Beginn einer neuen Epoche für die wachsende Gemeinde und wurde zu einem zentralen Ort des religiösen und kulturellen Lebens in Giesing.
Das architektonische Erscheinungsbild der Heilig-Kreuz-Kirche vereint klassizistische und neugotische Elemente, die typisch für den Stil des 19. Jahrhunderts sind. Besonders auffällig sind die farbigen Glasfenster, von denen einige durch den Privatier Gebhard gestiftet wurden. Die Innenausstattung, darunter die Orgel und die holzsichtige Verzierung, wurde in den folgenden Jahrzehnten sorgfältig konserviert – ein besonderes Augenmerk galt dabei der Erhaltung der ursprünglichen Materialien und Farbfassungen. Auch wenn im Laufe der Zeit einige Anpassungen vorgenommen wurden, blieb der Charakter der Kirche weitgehend erhalten.
Die Geschichte des Geländes reicht jedoch weit über das 19. Jahrhundert hinaus: Archäologische Untersuchungen aus dem Jahr 1914, angestoßen durch Bauarbeiten für die benachbarte Ichoschule, förderten ein Gräberfeld zutage. Forscher der damaligen Anthropologisch-Prähistorischen Staatssammlung datierten die Funde auf eine frühe Besiedlung Giesings, die bereits vor dem mittelalterlichen Ortskern bestand. Das alte dörfliche Zentrum lag nahe der ursprünglichen romanischen Kirche, zwischen Straßen wie der Zehentbauern-, Icho-, Berg- und Tegernseer Landstraße – Spuren dieser frühen Zeit sind heute kaum noch sichtbar.
Als barrierefreies Bauwerk bietet die Heilig-Kreuz-Kirche nicht nur einen Ort der Andacht, sondern auch einen Ort der Begegnung. Der rollstuhlgerechte Zugang und der zugängliche Parkplatz machen die Kirche für alle Besucher:innen leicht erreichbar. Mit ihrem historischen Erbe, der künstlerischen Ausstattung und der Verbindung zu den Wurzeln Giesings bleibt sie ein bedeutendes Kulturdenkmal – ein Ort, der Geschichte lebendig hält und gleichzeitig Raum für Gegenwart und Zukunft schafft.