Friedhof am Perlacher Forst
Highlights
- Der Friedhof am Perlacher Forst ist einer von 28 städtischen Friedhöfen in München.
- Er beherbergt circa 27.000 Grabplätze sowie Ehrenhaine für KZ-Opfer und Kriegsgräber.
- Bekannte Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer und Mitglieder der Weißen Rose ruhen hier.
Tipps
- Bei Besuchen Blumen und Gestecke mitbringen, die widerstandsfähig gegen Krähen sind.
- Schubkarren am Eingang mit Chip entleihen, um Grabstellen sauber zu halten.
- Im Frühjahr mit Regenwasser rechnen, das auf dem Gelände steht.
Eigenschaften
Über Friedhof am Perlacher Forst
Der Friedhof am Perlacher Forst zählt zu den bedeutendsten Gedenkstätten und Bestattungsorten in München. Mit rund 27.000 Grabplätzen ist er einer der größten städtischen Friedhöfe der bayerischen Landeshauptstadt. Gelegen im Stadtteil Obergiesing, grenzt der Friedhof direkt an die ehemalige Strafanstalt Stadelheim. Seit seiner Eröffnung in den 1930er Jahren beherbergt er nicht nur zahlreiche persönliche Grabstätten, sondern auch besondere Gedenkbereiche, darunter zwei Ehrenhaine für Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Besondere historische Bedeutung trägt der Friedhof durch die Bestattungen von Opfern des Nationalsozialismus. So finden sich hier die Gräber von Angehörigen der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wie Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst sowie Alexander Schmorell. Auch Sympathisanten wie Hans Leipelt und Harald Dohrn ruhen hier. Ein eigener Ehrenhain ist den KZ-Häftlingen aus Dachau gewidmet, darunter sieben seliggesprochene polnische Märtyrer. Ein weiterer Abschnitt des Friedhofs beherbergt die Gräber sogenannter Displaced Persons – ehemalige Zwangsarbeiter, die nach dem Zweiten Weltkrieg in München verstarben. Insgesamt bestehen dort die Grabstätten von 1.129 Verstorbenen aus zwölf Nationen, begleitet von einem Mahnmal des Münchner Bildhauers Konstantin Frick aus dem Jahr 1960.
Neben seiner Funktion als Gedenkstätte ist der Friedhof auch die letzte Ruhestätte zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport. Dazu gehören etwa der Fußballlegende Franz Beckenbauer, der Opernsängerin Astrid Varnay, der Historikerin Irmtraud von Andrian-Werburg sowie der Modedesignerin Berta Haeusler. Auch der Schauspieler Peter Paul, der Physik- und Chemiemoderator Victor Pichlmayr sowie der bayerische Ministerpräsident a. D. Wilhelm Hoegner liegen hier begraben. Die Vielfalt der Persönlichkeiten spiegelt die gesellschaftliche Bedeutung des Ortes wider.
Der Friedhof zeichnet sich durch eine parkähnliche Anlage mit langen Baumreihen und Heckenwänden aus, die die Gräber säumen. Besucherinnen und Besucher können sich am Eingang Schubkarren mit Chip ausleihen, um Blumen oder Gestecke zu transportieren. Neben der natürlichen Schönheit des Geländes gibt es eine Aussegnungshalle und eine Kapelle, die für Trauerfeiern genutzt werden. Dennoch kritisieren einige Besucher den allgemeinen Pflegezustand, insbesondere den Mangel an Neuanpflanzungen und die Probleme mit Krähen, die Grabdekorationen beschädigen.
Mit einer Bewertung von 4,2 von 5 Sternen bei über 50 Bewertungen zählt der Friedhof am Perlacher Forst zu den gut eingestuften Kultur- und Gedenkorten Münchens. Er bietet nicht nur einen würdigen Rahmen für Bestattungen und Gedenken, sondern ist auch ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens inmitten der Stadt.