Ghostbike
Highlights
- Ghostbikes erinnern in München dauerhaft an tödliche Radunfälle und stehen an den Unfallorten.
- Der jährliche Ride of Silence gedenkt schweigend den im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden.
- München verfolgt das Ziel Vision Zero, um Verkehrstote und schwere Verletzungen zu verhindern.
Tipps
- Teilnehmer tragen weiß als Zeichen der Solidarität und des stillen Gedenkens.
- Die Route führt zu Ghostbike-Standorten, an denen jeweils eine Schweigeminute abgehalten wird.
- Die Veranstaltung findet jährlich am dritten Mittwoch im Mai statt, beginnend um 19 Uhr.
Eigenschaften
Über Ghostbike
Der POI „Ghostbike“ in München ist Teil einer internationalen Gedenktradition, die jährlich im Rahmen des „Ride of Silence“ stattfindet. Diese stille Fahrt erinnert an Radfahrende, die im Münchner Straßenverkehr ihr Leben verloren haben. Die Ghostbikes sind weiß gestrichene Fahrräder, die dauerhaft an den Unfallstellen aufgestellt werden. Sie dienen sowohl als Mahnmal als auch als Symbol für die Forderung nach sicherer Radinfrastruktur in der Stadt.
Die Gedenkfahrt verfolgt einen langsamen und schweigenden Verlauf, bei dem an mehreren Ghostbike-Standorten jeweils eine Schweigeminute abgehalten wird. Die Teilnehmenden tragen oft weiß und folgen dem Ziel, auf die Verletzlichkeit von Radfahrenden hinzuweisen. Die Veranstaltung wird ehrenamtlich organisiert, seit 2023 unter der Federführung des Radentscheid München, mit Unterstützung von MunichWays sowie früheren Initiativen wie dem ADFC und der ÖDP.
Die Ghostbikes in München sind eng verknüpft mit dem Konzept der „Vision Zero“, einem Leitbild der Verkehrspolitik, das das Ziel verfolgt, keine Verkehrstoten mehr zu verzeichnen. Die Landeshauptstadt München hat sich diesem Ansatz verschrieben, dennoch kommt es weiterhin jährlich zu tödlichen Unfällen im Straßenverkehr, viele davon vermeidbar. Die Ghostbikes machen diese Verluste sichtbar und verdeutlichen den dringlichen Bedarf an sicheren Radwegen, besseren Kreuzungen und niedrigeren Geschwindigkeiten – besonders in Wohngebieten und Schulzonen.
Jedes Ghostbike steht an einer konkreten Unfallstelle und erinnert eindringlich an den Verlust eines Menschenlebens. Sie sind nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch ein Appell an die Verkehrspolitik, den Schutz von Radfahrenden und Fußgänger:innen in den Mittelpunkt städtischer Planung zu rücken. Maßnahmen wie baulich geschützte Radwege, gleichberechtigte Ampelschaltungen oder die Beseitigung von Gefahrenstellen sind zentrale Forderungen, um die Zahl der Verkehrstoten langfristig auf null zu senken.