Holnstein Palace
Highlights
- Das Palais Holnstein in München wurde 1733 für Sophie Caroline von Ingelheim erbaut.
- Baumeister François de Cuvilliés der Ältere gestaltete das barocke Fassadenbild mit rustikalen Elementen.
- Seit 1818 dient das Gebäude als Amtssitz des Erzbischofs von München und ist weitgehend erhalten geblieben.
Tipps
- Das Palais Holnstein in der Kardinal-Faulhaber-Straße ist ein bedeutendes Rokoko-Bauwerk und heute Sitz des Erzbischofs von München.
- Der linke Erdgeschossraum zur Straße hin wurde im 19. Jahrhundert zu einer Kapelle umgebaut und ist architektonisch sehenswert.
- Geführte Besichtigungen sind möglich, um die historische Fassade und das Interieur des Adelspalastes kennen zu lernen.
Eigenschaften
Über Holnstein Palace
Das Palais Holnstein in München zählt zu den bedeutendsten erhaltenden Rokoko-Adelspalästen der Stadt. Es befindet sich in der Kardinal-Faulhaber-Straße und wurde ursprünglich für Sophie Caroline von Ingelheim als Geliebte des Kurfürsten Karl Albrechts errichtet. Der Baumeister François de Cuvilliés der Ältere entwarf das Gebäude, das heute als ein herausragendes Beispiel bayerischer Rokoko-Architektur gilt.
Die Fassade des Palais Holnstein zeigt deutliche Unterschiede zu anderen Adelsbauten seiner Zeit, wie etwa dem Palais Piosasque de Non. Auffällig sind die rustikalen Putzstreifen in der Sockelzone sowie die wenig abgesetzten Rundbogenfenster. Über dem Portal mit einer Hausmadonna von Johann Baptist Zimmermann trägt ein geschmiedetes Eisengitter den Balkon des zentralen Erdgeschossfensters. Das plastisch gestaltete Gesims trennt die Sockelzone vom Obergeschoss, auf dem kolossale korinthische Pilaster stehen. Die strenge Parataxe der Fensteranordnung und die Segmentgiebel in der Etage verleihen dem Gebäude eine formale Starre, die im Kontrast zur Leichtigkeit anderer Rokokobauten steht.
Im Inneren folgt das Palais einem konventionelleren Raumgefüge als seine zeitgenössischen Vergleichsbauten. Dennoch blieb der Grundriss weitgehend erhalten. Seit dem Jahr 1818 dient das Gebäude als Amtssitz des Erzbischofs von München und ist somit ein zentraler Ort der kirchlichen Administration. Im linken Straßenflügel wurde im 19. Jahrhundert eine Kapelle eingerichtet, die bis heute Bestand hat. Diese Räumlichkeit wird gelegentlich für ökumenische Treffen verschiedener christlicher Konfessionen genutzt, etwa im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen.
Das Palais Holnstein wird aufgrund seiner architektonischen Qualität und kulturellen Bedeutung mit der Höchstbewertung von 5,00 von 5 Sternen bewertet. Es gilt nicht nur als architektonisches Zeugnis des Rokoko, sondern auch als wichtiger katholischer Kulturort in der bayerischen Landeshauptstadt. Die klaren Bauformen und die kunstvolle Ausstattung machen das Gebäude zu einem der geschätzten Denkmäler Münchens.