Jutierhalle
Highlights
- Die Jutierhalle in München wurde 1926 im Reduktionsstil erbaut und steht unter Denkmalschutz.
- Ehemals zur Umwicklung von Wasserleitungsrohren mit Jute genutzt, beherbergt sie künftig Künstlerateliers.
- Gemeinsam mit der Tonnenhalle ist sie als Industriedenkmal in der Bayerischen Denkmalliste geführt.
Tipps
- Das ehemalige Industriegebäude an der Dachauer Straße ist unter Denkmalschutz und wird derzeit saniert.
- In der Halle entstehen nach Fertigstellung bis zu 60 Künstlerateliers und Kreativräume.
- Die Tonnenhalle direkt nebenan wird zu einer Veranstaltungsstätte für Musik, Tanz und Theater umgebaut.
Eigenschaften
Über Jutierhalle
Die Jutierhalle befindet sich im Münchner Stadtteil Neuhausen und zählt heute zu den unter Denkmalschutz gestellten Industriebauten der Stadt. Ursprünglich im Jahr 1926 errichtet, entstand das Gebäude gemeinsam mit der benachbarten Tonnenhalle im Reduktionsstil unter der Leitung des damaligen Bauamtmanns Ernst Henle. Die Halle diente zunächst den Münchner Wasserwerken als Produktionsstätte, in der Wasserleitungsrohre mit Jute umwickelt wurden – eine Tätigkeit, die dem Bau auch seinen Namen gab.
Das Bauwerk verfügt über eine Fläche von rund 2.500 Quadratmetern, ist 92 Meter lang, 27 Meter breit und an seiner höchsten Stelle 17,4 Meter hoch. Die Konstruktion besteht aus Eisenbeton, das Dach ist im offenen Fachwerk ausgeführt und verfügt über Oberlichter. Die äußere Gliederung erfolgt durch Wandpfeiler, die dem Gebäude sein charakteristisches Erscheinungsbild verleihen. Im Jahr 1952 wurde die Halle nach Südosten erweitert, was ihre Funktion als Produktions- und Lagerstätte weiter festigte.
Nach ihrer industriellen Nutzung wurde die Jutierhalle zeitweise für kulturelle Zwecke genutzt. Von 2000 bis 2003 diente sie als Interimsspielstätte der Münchner Kammerspiele. Heute steht das Gebäude im Eigentum der Landeshauptstadt München und ist gemeinsam mit der Tonnenhalle als Industriedenkmal in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet. Nach einem Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2010 wurde eine kulturelle Nachnutzung beider Hallen geprüft. Die Stadt München veröffentlichte 2022 konkrete Pläne zur Sanierung und Umgestaltung der Halle.
Im Zuge dieser Maßnahmen soll die Jutierhalle durch eine „Haus-in-Haus-Lösung“ mit Holzmodulen zu einem Kreativquartier umgebaut werden, das bis zu 60 Ateliers für Künstler und Kreative beherbergen wird. Dabei bleiben die originale Stahlkonstruktion, die Industriefenster sowie die Fassade erhalten. Die angrenzende Tonnenhalle ist für eine Umnutzung zu einer Veranstaltungshalle für Musik, Theater und Tanz vorgesehen. Allerdings wurden 2024 an der Tonnenhalle erhebliche Korrosionsschäden am Stahl festgestellt, weshalb aus Gründen der Bausicherheit ein Stützgerüst errichtet werden musste.