Theater

Opernhaus am Salvatorplatz

Max-Joseph-Platz 2, 80539 München

Highlights

  • Das Opernhaus am Salvatorplatz in München wurde 1657 als erstes festes Opernhaus in Deutschland eröffnet.
  • Es entstand aus einem Kornspeicher und diente als Hofoper unter Kurfürst Ferdinand Maria.
  • Das Gebäude wurde 1802 abgebrochen, nachdem es seit 1799 nicht mehr genutzt wurde.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Kulturell Ganzjährig

Über Opernhaus am Salvatorplatz

Das Opernhaus am Salvatorplatz in München war ein bedeutendes Kulturdenkmal der frühen Operngeschichte Deutschlands. Errichtet im Auftrag des Kurfürsten Ferdinand Maria, eröffnete es erstmals mit einer Oper und fungierte fortan als Hofoper des bayerischen Kurfürsten. Es gilt als erster fester Opernbau auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands und markiert einen Höhepunkt der musikalischen und architektonischen Entwicklung am Münchner Hof im 17. Jahrhundert. Das Gebäude selbst entstand an der Stelle eines ehemaligen Kornspeichers und wurde von venezianischen und münchnerischen Baumeistern geplant und errichtet.

Die kulturellen Einflüsse, die zur Errichtung des Hauses führten, gehen auf die italienische Herkunft der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen zurück. Mit ihrer Hochzeit im Jahr 1652 gelangte die italienische Opernkultur nach München, wo bereits eine Hofkapelle mit überwiegend italienischem Personal bestand. Musikalische Leiter wie Giovanni Giacomo Porro und später Johann Caspar von Kerll prägten den künstlerischen Betrieb. Die Eröffnung des Opernhauses erfolgte mit der Oper „Oronte“, in der unter anderem Kastraten die weiblichen Rollen übernahmen – eine typische Praxis der Zeit. Insgesamt wurden hier bis ins frühe 19. Jahrhundert zahlreiche Opern uraufgeführt, viele davon von Hofkapellmeistern wie den Bernabei oder Pietro Torri.

Das Gebäude selbst zeichnete sich durch eine elegante Architektur aus, wie sie auf historischen Stadtansichten und Plänen des 18. Jahrhunderts erkennbar ist. Obwohl keine erhaltenen Außenansichten existieren, wird die Innenausstattung als besonders harmonisch und prachtvoll beschrieben. Die Gestaltung des Saals mit Stuckarbeiten, Farben und kunstvollen Details schuf eine Atmosphäre, die sowohl den Repräsentationsansprüchen des Kurfürsten als auch den künstlerischen Anforderungen der Aufführungen entsprach. Diese Tradition der exzellenten Akustik und der opulenten Inszenierung setzt sich bis heute in der Münchner Opernwelt fort.

Das Opernhaus am Salvatorplatz wurde jedoch im Jahr 1802 abgebrochen, nachdem es seit dem späten 18. Jahrhundert nicht mehr regelmäßig genutzt worden war. Heute erinnert lediglich der Name des Platzes, der Salvatorplatz, an das einstige Kulturzentrum in der Münchner Altstadt. Die geschichtliche Bedeutung des Hauses als Wiege der deutschen Opernkultur bleibt jedoch unbestritten. Es war nicht nur Schauplatz für musikalische Höhepunkte, sondern auch ein Symbol für den kulturellen Austausch zwischen Italien und Bayern.

Heute genießt München als Stadt einen hervorragenden Ruf in der Kulturszene, insbesondere im Bereich Oper und Theater. Das Erbe des Opernhauses am Salvatorplatz lebt weiter in Institutionen wie der Bayerischen Staatsoper, die nach wie vor zu den führenden Opernhäusern weltweit zählt. Die Tradition exzellenter Aufführungen, herausragender Sänger und innovativer Inszenierungen, die bereits im 17. Jahrhundert am Salvatorplatz begann, prägt bis heute das Münchner Kulturleben und zieht Kunstliebhaber aus aller Welt an.

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