Denkmal/Gedenkstätte

Oberes Tor

97702 Münnerstadt

Highlights

  • Das Obere Tor in Münnerstadt ist ein 36,36 Meter hoher Torturm aus dem 13. Jahrhundert.
  • Der sechsgeschossige Turm zählt zu den höchsten Stadttürmen Unterfrankens und zeigt das Wappen der Grafen von Henneberg.
  • Seit 2012 ist im Turm wieder eine funktionsfähige Uhr installiert, die Glocke trägt die Umschrift „DEO SOLI GLORIA“.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug zum Oberen Tor in Münnerstadt – Kultur und Denkmal erkunden

Das Obere Tor in Münnerstadt ist ein beeindruckendes Bauwerk und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Region. Der sechsgeschossige Torturm aus Quadersteinen erhebt sich mit einer Höhe von 36,36 Metern und zählt damit zu den höchsten Stadttürmen Unterfrankens. Sein quadratischer Grundriss und die massive Steinmauerung zeugen noch heute von der ehemaligen Bedeutung der Stadt als befestigte Ortschaft. Das Obere Tor wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut und ist urkundlich erstmals als „superior porta“ im Jahr 1293 erwähnt.

Architektonische Besonderheiten des Tores sind unter anderem der ausladende Gusserker im fünften Obergeschoss, der auf vier massiven Kragsteinen ruht und das Wappen der Grafen von Henneberg zeigt. Die Aufstockung im sechsten Geschoss mit ihren charakteristischen Schildgiebeln entstand später und beherbergte einst die Wohnung der Torwächter. An der Außenseite des Turms sind noch deutlich die Halterungen der ehemaligen Fallgitter zu erkennen. Bis ins frühe 18. Jahrhundert verfügte das Tor zudem über eine Zugbrücke sowie zwei Vortore, die den Zugang zur Stadt sicherten.

Ein weiteres Highlight ist die über dem Torbogen angebrachte Marienfigur aus rotem Sandstein, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Auf der stadtseitigen Turmfront findet sich eine weitere Madonna, diesmal aus grünem Sandstein. Beide Figuren gehören zu den kunsthistorisch wertvollsten Elementen des Tores. Die Türmerstube im fünften Geschoss zeigt zudem das Wappen der Stadt Münnerstadt, kunstvoll in Sandstein gehauen. Auf der rechten Turmseitenfläche sind zudem die Reste eines Aborterkers mit Tür und Kragensteinen erhalten.

Das Dach des Tores wird von einem Dachreiter mit Kuppeldach gekrönt, auf dem sich eine Glocke befindet. Die auf der Glocke eingravierte Umschrift „DEO SOLI GLORIA“ (einzig zur Ehre Gottes) erinnert an die religiöse Dimension des Bauwerks. Die Glocke selbst wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Würzburg gegossen. Der Turmgiebel besticht durch seine segmentförmige Abdachung, die durch Lisenen und Gurten zusätzlich hervorgehoben wird. In der linken Turmseite wurde in neuerer Zeit ein metallener Außenzugang angebracht, der den Besuchern einen erleichterten Zugang ermöglicht.

Heute wird das Obere Tor vom Verein Freunde des Oberen Tores e.V. betreut und gepflegt. Seit 2012 verfügt das Tor im sechsten Obergeschoss wieder über eine funktionsfähige Turmuhr. Das Denkmal ist nicht nur ein Zeugnis mittelalterlicher Stadtbefestigung, sondern auch ein lebendiges Kulturgut, das bis heute die Aufmerksamkeit von Besuchern und Einheimischen gleichermaßen auf sich zieht.

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