Gelmerheide
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Gelmerheide in Münster schützt Relikte einer Feuchtheide und naturnahe Kiefernmischwälder.
- Es liegt am Südrand der Rieselfelder Münster und umfasst rund 12,4 Hektar mit wertvollen Biotoptypen.
- Erhaltene Feuchtheidereste und strukturreiche Wälder bieten Lebensraum für gefährdete Pflanzen- und Tierarten.
Tipps
- Das Gelände ist gut zu Fuß zu erkunden, wobei festes Schuhwerk empfohlen wird.
- Im Südteil des Gebiets befindet sich ein Teich mit Insel, der besonders feuchte Lebensräume bietet.
- Achten Sie auf die typischen Merkmale des Feuchtheide-Restbestandes und des Kiefernmischwaldes.
Eigenschaften
Über Gelmerheide
Die Gelmerheide ist ein Naturschutzgebiet im Süden der Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen. Es liegt am Südrand der Rieselfelder Münster und grenzt im Osten an das Naturschutzgebiet Huronensee sowie im Süden an die Zentraldeponie Münster. Das rund 12,4 Hektar große Gebiet wurde aufgrund seiner besonderen ökologischen Bedeutung unter Schutz gestellt. Schutzziel ist unter anderem die Erhaltung von Relikten einer Feuchtheide mit ihrem charakteristischen Artenbestand sowie naturnaher Altholzbestände mit Resten von Erlen- und Birkenbrüchen.
Das Gelände wird überwiegend von einem strukturreichen feuchten Kiefernmischwald geprägt, in dem Eiche, Birke und Kiefer die dominierenden Baumarten sind. Teilweise finden sich Übergänge zu Erlen- und Birkenbruchwäldern. Im Südostteil des Gebiets sind vereinzelt Reste der ursprünglichen Feuchtheidevegetation in feuchten Mulden mit Torfmoosen erhalten. Im Südwesten des Gebiets wachsen auf einem Wall alte Buchen und Eichen. Ein größerer, angelegter Teich mit Insel trägt zur Vielfalt der Lebensräume bei. In feuchten Senken gedeihen unter anderem Irisbestände und Seggenbulte, während in trockeneren Zonen Pfeifengras vorherrscht.
Das Naturschutzgebiet beherbergt eine Vielzahl seltener und gefährdeter Arten. Zu den Pflanzenarten zählen unter anderem Adlerfarn, Besenheide und verschiedene Moose. Auch Pilze, Moose und Farnen tragen zur Artenvielfalt bei. Im Wald finden sich zudem Bäume mit Spechthöhlen, was auf eine wertvolle Strukturvielfalt hinweist. In der Vegetationskartierung wurden verschiedene Biotoptypen nachgewiesen, darunter Kiefernmischwald, Feuchtheide, Teichflächen sowie naturnahe Stillgewässer. Besondere Bedeutung kommt dem feuchteren Südteil des Gebiets zu, in dem noch Torfmoose vorkommen.
Die Erhaltung und Pflege der letzten Feuchtheidereste stehen im Fokus der Schutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem Wiedervernässung, Entkalkung und das Abschieben des Oberbodens, um die ursprünglichen Lebensräume wiederherzustellen. In den Kiefernmischwäldern wird eine naturnahe Waldbewirtschaftung angestrebt, bei der heimische Baumarten wie Eiche, Birke und Erle gefördert und invasive Arten wie die Spätblühende Traubenkirsche bekämpft werden. Das Gebiet gilt trotz des teilweisen Verlusts der ursprünglichen Heidevegetation weiterhin als wertvoller Lebensraum für gefährdete Pflanzen- und Tierarten.