Kirche/Kloster

Ev. Martinskirche Steinheim

Kirchpl. 2, 71711 Steinheim an der Murr

Highlights

  • Spätgotische Ev. Martinskirche (auch Georgskirche) aus dem 15. Jh., geweiht 1500 dem Heiligen Georg, mit fünf originalen Glasmalereien aus 1499.
  • Nach Bränden 1634/43 diente die Kirche als Gottesdienstraum; 17. Jh. erhielt sie ein Seitenschiff und aufgebrochene Nordwand – heute barocke Innenausstattung.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz, inkl. barrierefreiem WC, inmitten von Weinbergen und der Bottwar.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Kirche für alle Gäste.
  • Ein barrierefreier Parkplatz in unmittelbarer Nähe erleichtert die Anreise mit dem Auto.
  • Die historischen Glasgemälde im Chorraum bieten Einblicke in die spätgotische Kunst um 1500.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ev. Martinskirche Steinheim – Kultur & Sakral in Steinheim an der Murr

Die Evangelische Martinskirche Steinheim in Steinheim an der Murr ist ein historisches Juwel im Herzen der Region und ein bedeutendes Beispiel spätgotischer Sakralarchitektur. Ursprünglich im Auftrag der Herren von Plieningen errichtet, wurde sie im 15. Jahrhundert als Filialkirche der Georgskirche in Kleinbottwar genutzt und später zur eigenständigen Pfarrkirche ausgebaut.

Der spätgotische Baukörper der Kirche prägt bis heute das Ortsbild. Nach einem verheerenden Brand im 17. Jahrhundert erfolgte eine barocke Umgestaltung, bei der die Nordwand aufgebrochen und ein Seitenschiff angebaut wurde. Besonders sehenswert sind die wertvollen Glasmalereien im Chorraum, von denen einige im 20. Jahrhundert durch das Institut für Kunstgeschichte in Stuttgart wiederentdeckt wurden. Die technisch anspruchsvollen Scheiben aus der Zeit um 1500 zählen zu den bedeutendsten Werken der Region und zeugen von handwerklicher Meisterschaft.

Ein besonderes Stück Geschichte ist das Fenster mit der Darstellung von Dietrich von Plieningen und seiner Gattin Anna von Memmerswiler, das 1499 gestiftet wurde. Die Kopie dieses Gemäldes befindet sich heute im Nordostfenster, während die Originale im Museum oder in anderen Sammlungen aufbewahrt werden. Die Kirche war zudem Schauplatz wechselvoller Ereignisse: Nach Bränden in den 1630er und 1640er Jahren fanden Gottesdienste zeitweise in der Klosterkirche oder im Schlössle statt, bevor die Martinskirche ihre heutige Form erhielt.

Heute ist die Kirche ein Ort der Begegnung und des Friedens, der barrierefrei zugänglich ist – mit rollstuhlgerechtem Eingang, Parkplatz und einem modernen Sanitärbereich. Die evangelische Gemeinde Steinheims, geleitet von Pfarrer Matthias Maier seit fast drei Jahrzehnten, pflegt eine offene und ökumenische Ausrichtung. Die Martinskirche bleibt damit nicht nur ein kulturelles Erbe, sondern auch ein lebendiger Teil des Gemeindelebens in Steinheim an der Murr.

Für Besucher bietet die Kirche eine gelungene Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Die harmonische Lage zwischen Weinbergen und Flusslandschaft lädt zum Verweilen ein, während die künstlerischen Schätze im Inneren Einblicke in die Kunsthandwerkskunst des Spätmittelalters gewähren. Ein Besuch lohnt sich besonders für Geschichtsinteressierte und Liebhaber sakraler Baukunst.

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