Kirche/Kloster

Ev. Gemeindehaus

Kirchhohl 5, 65207 Naurod

Highlights

  • Barocke Zentralkirche aus 1727 mit 350 Plätzen, erbaut nach Plänen von Johann Jakob Bager (Schloss Biebrich).
  • 2017 umfassend saniert: Dach neu eingedeckt mit Naturschiefer, Blitzschutz und restauriertem Wetterhahn.
  • Kunstprojekt 2005: Gemälde zu „vergessenen Heiligen“ (u.a. Martin von Tours, Laurentius) von FH-Wiesbaden-Künstler:innen.

Tipps

  • Der barocke Zentralbau aus dem Jahr 1727 bietet mit seiner historischen Architektur und dem Platz für etwa 350 Personen einen Raum für Gottesdienste und Veranstaltungen.
  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht es allen Besuchern, die historische Kirche ohne Barrieren zu besuchen und an den Angeboten teilzunehmen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ev. Gemeindehaus Naurod – Sakrale Kultur erleben

Das Evangelische Gemeindehaus in Naurod ist ein prägendes Bauwerk im Herzen des Dorfes und ein zentraler Ort für religiöses und gemeinschaftliches Leben. Ursprünglich als Kirche erbaut, entstand der oktogonale Zentralbau im barocken Stil auf Initiative der Nauroder Bürger, die im frühen 18. Jahrhundert den renommierten Baumeister Johann Jakob Bager beauftragten. Dieser hatte zuvor bereits das Biebricher Schloss gestaltet und brachte mit seinem Werk eine architektonische Besonderheit in die Region. Die Kirche bietet mit ihrer weiten, lichtdurchfluteten Halle Platz für rund 350 Personen und lädt durch ihre harmonische Form und den historischen Charme zum Verweilen ein.

Besonders erwähnenswert sind die künstlerischen Schätze, die das Gemeindehaus bereichern. Im Jahr 2005 gestalteten junge Künstlerinnen und Künstler der Fachhochschule Wiesbaden Wandbilder mit biblischen Motiven, die „vergessene Heilige“ ehren. Darunter sind Figuren wie Martin von Tours, der als junger Offizier im Winter ein Mantelteil mit einem Bettler teilte und so zum Symbol der Nächstenliebe wurde, oder Laurentius von Rom, der als Diakon unter Kaiser Valerian für seinen Glauben litt. Auch Paulus von Tarsus und Petrus Abaelard finden in den Werken ihren Ausdruck – als prägende Gestalten des frühen Christentums und der Theologiegeschichte.

Die Kirche durchlief im Laufe der Jahrhunderte mehrere Renovierungen, um ihr historisches Erbe zu bewahren. Besonders die Dacharbeiten waren immer wieder von Bedeutung: Nach einer umfassenden Neudeckung in den 1950er-Jahren folgte 2017 eine groß angelegte Sanierung. Dabei wurde der Glockenturm neu eingedeckt, der Wetterhahn restauriert und die gesamte Dachfläche mit hochwertigem Naturschiefer in traditioneller Deckung versehen. Diese Maßnahme sicherte nicht nur die Substanz des Bauwerks, sondern bewahrte auch das charakteristische Erscheinungsbild des Gemeindehauses – ein Zeichen des Respekts vor der regionalen Baugeschichte.

Heute dient das Ev. Gemeindehaus in Naurod als Ort der Andacht, des Zusammenkommens und der kulturellen Begegnung. Neben regelmäßigen Gottesdiensten und Konfirmandenveranstaltungen wird es für Trauungen, Konzerte und Gemeindefeiern genutzt. Die Verbindung von barocker Architektur, biblischer Kunst und lebendiger Tradition macht es zu einem besonderen Ort im ländlichen Raum. Wer die Geschichte Naurods und die Spiritualität der Region erleben möchte, findet hier eine gelungene Symbiose aus Sakralbau und Gemeinschaftsraum.

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