Mahnmal
Highlights
- Das Mahnmal in Neckarzimmern erinnert an die Deportation jüdischer Menschen aus Baden, der Pfalz und dem Saarland im Oktober 1940.
- Es besteht aus einer Davidstern-förmigen Bodenskulptur und Erinnerungssteinen, die mit Jugendlichen vor Ort entstehen.
- Der Gedenkort liegt auf dem Gelände einer ehemaligen Zwangsarbeiterunterkunft und ist Teil eines ökumenischen Jugendprojekts.
Tipps
- Im Rahmen eines Jugendprojekts entstehen für jeden der 138 betroffenen Orte zwei Gedenksteine – einer bleibt vor Ort, der andere wird in die Bodenskulptur integriert.
- Die Gedenkstätte liegt auf dem Gelände einer ehemaligen Kriegsgefangenenlager und lädt zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus ein.
Eigenschaften
Mahnmal in Neckarzimmern - Kulturdenkmal und Ausflugstipp
Das Mahnmal in Neckarzimmern im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg ist eine zentrale Gedenkstätte, die an die Deportation nahezu aller Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion erinnert. Es ist die einzige Gedenkstätte dieser Art in Baden und wurde am 23. Oktober 2005 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Der Gedenkort befindet sich auf dem Gelände der Jugendbegegnungsstätte in Neckarzimmern, einem Ort, der selbst eine tragende Rolle im nationalsozialistischen System spielte: Hier befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein Lager für Zwangsarbeiter, darunter auch KZ-Häftlinge, die in nahegelegenen Gipsstollen Zwangsarbeit leisten mussten.
Das Mahnmal besteht aus einer beeindruckenden Bodenskulptur in Form eines Davidsterns, die ein Quadrat von 25 mal 25 Metern umfasst. Diese zentrale Skulptur ist nur der eine Teil eines größeren künstlerischen und pädagogischen Konzepts. Der zweite Bestandteil sieht vor, dass in jedem der 138 Orte, aus denen Menschen jüdischen Glaubens deportiert wurden, zwei Erinnerungssteine geschaffen werden – einer verbleibt im jeweiligen Ort, der andere wird in die Bodenskulptur in Neckarzimmern integriert. Bis 2018 wurden bereits in über 120 Gemeinden solche Steine gefertigt. Diese Steine entstehen durch die aktive Auseinandersetzung von Jugendgruppen und Schulklassen mit der Geschichte ihres Ortes, wodurch das Mahnmal zu einem lebendigen Prozess der Erinnerung wird.
Das Projekt wird vom Evangelischen Kinder- und Jugendwerk sowie vom Seelsorgeamt der Erzdiözese Freiburg betreut und hat einen ökumenischen Charakter. Der Künstler Karl Vollmer aus Gondelsheim, der den Entwurf der Bodenskulptur erstellte, betonte, dass das Mahnmal nicht statisch gedacht ist, sondern durch die kontinuierliche Auseinandersetzung junger Menschen mit der Geschichte lebendig bleibt. Das Gelände des Mahnmals ist für Besucher jederzeit frei zugänglich. Eine Informationstafel vor Ort erläutert den geschichtlichen Hintergrund sowie das Konzept des Jugendprojekts. Führungen können auf Anfrage organisiert werden.
Der historische Hintergrund des Mahnmals knüpft an eine der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte an: Im Jahr 1940 wurden nahezu alle jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner der Region innerhalb weniger Tage deportiert – darunter auch die Mitglieder der israelitischen Gemeinde Neckarzimmern. Sie wurden in das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich verschleppt, wo viele von ihnen später ermordet wurden. Das Mahnmal erinnert nicht nur an dieses Schicksal, sondern will auch Mahnung für die Zukunft sein. Es steht als Symbol für die Verantwortung der Gesellschaft, sich der Geschichte zu stellen und aus ihr zu lernen.
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Häufige Fragen zu Mahnmal
Was erinnert das Mahnmal in Neckarzimmern?
Quelle: wikipedia
Wie ist das Mahnmal in Neckarzimmern gestaltet?
Quelle: wikipedia
Wie viele Orte sind am Mahnmal-Projekt beteiligt?
Quelle: wikipedia
Wer betreut das Mahnmal-Projekt?
Quelle: wikipedia
Wo befindet sich das Mahnmal in Neckarzimmern?
Quelle: wikipedia