Burg/Schloss

Burg Neidenfels

Schlossbergweg 9, 67468 Neidenfels

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Familie Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Burg Neidenfels in Neidenfels

Die Burg Neidenfels thront auf einem rund 258 Meter hohen Felsklotz über dem gleichnamigen Ort Neidenfels im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Als eine der vielen Höhenburgen der Pfalz zählt sie heute zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Die Anlage wurde im 14. Jahrhundert durch Pfalzgraf Rudolf II. als Ersatz für die benachbarte, zu klein gewordene Burg Lichtenstein errichtet. Der Name „Neidenfels“ lässt sich auf altdeutsche Wörter zurückführen und bedeutet etwa „niederer Fels“ – im Gegensatz zum höher gelegenen Nachbarfelsen. Eine weitere Deutung verweist auf den Begriff „Nid“, was im Mittelhochdeutschen „Eifer“ oder „Zorn“ bedeutet und auf die kriegerische Funktion der Burg als Trutzburg hinweist.

Die Geschichte der Burg ist eng verknüpft mit verschiedenen adeligen Geschlechtern, die im Laufe der Jahrhunderte Lehensnehmer der Anlage waren. Dazu zählten unter anderem die Herren von Lichtenstein, die Edlen von Steinhausen sowie die Angellocher. Im 16. Jahrhundert gelangte der Besitz an Reiteroberst Peter Beutterich, der von Kurfürst Johann Casimir mit der Burg belehnt wurde. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde die Burg im Jahr 1689 durch französische Truppen gesprengt und fiel danach in den Ruinenzustand, in dem sie sich heute noch befindet. Im 18. Jahrhundert wurden aus den Burgsteinen Weinbergterrassen angelegt, die jedoch keinen Erfolg brachten. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen umfassende Erhaltungsmaßnahmen, nachdem die Gemeinde Neidenfels die Ruine 1935 als Schenkung übernommen hatte.

Die Burg Neidenfels ist nicht nur ein geschichtsträchtiges Bauwerk, sondern auch Schauplatz märchenhafter Sagen. Eine davon erzählt von der benachbarten Burg Lichtenstein, deren Besitzer mit seinem Bruder, dem späteren Herrn von Neidenfels, zunächst in gutem Einvernehmen lebte. Doch aus Neid und Missgunst heraus ermordete der Bruder seinen Verwandten hinterhältig mit einem Pfeil durch das Fenster. Seitdem existiert nur noch eine Burg – Neidenfels – deren Name an die dunkle Tat erinnern soll. Eine weitere Sage rankt sich um eine mysteriöse weiße Frau, die in der Ruine hauste und einem neugierigen Hirten ein schweres Geschenk machte, das er nicht sofort öffnen durfte.

Heute lädt die Burgruine zu einem Besuch ein, der nicht nur historisch interessiert, sondern auch Wanderfreunde anzieht. Ein etwa zehn Kilometer langer Rundweg führt durch den umliegenden Wald direkt zur Burg und bietet dabei eine abwechslungsreiche und naturbelassene Route. Die Ruine selbst ist sehenswert und gewährt einen Einblick in das mittelalterliche Burgleben der Pfalz. Mit einer Bewertung von 4,5 von 5 Sternen bei über 700 Bewertungen zählt die Burg Neidenfels zu den empfehlenswerten Kulturzielen in der Region.

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