Skulptur „Trauernde“
Highlights
- Die Skulptur ‚Trauernde‘ in Neubrandenburg erinnert an die 99 KZ-Häftlinge, die 1944/45 auf dem Stadtfriedhof beigesetzt wurden.
- Arnd Wittig schuf 1975 die Skulptur ‚Mutter und Kind‘ als Gedenkzeichen für die Opfer des KZ-Außenkommandos.
- Die Anlage gehört zu den Andachtsstätten und ist Teil des historischen Gedenkpfads zur NS-Geschichte der Region.
Tipps
- Die Skulptur ‚Trauernde‘ befindet sich in direkter Nähe zu historischen Gedenkorten und bietet Raum für stilles Innehalten sowie Reflexion über die Opfer des KZ-Außenkommandos.
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Besuch der Skulptur und der umliegenden Gedenkstätte ohne Hindernisse.
- Die Umgebung der Skulptur verbindet künstlerische Darstellung mit lokaler Geschichte und lädt zur Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur ein.
Eigenschaften
Trauernde Skulptur Neubrandenburg – Sakrale Kunst erleben
In der Neubrandenburger Oststadt erhebt sich seit 1975 die bewegende Skulptur *„Trauernde“* – ein stilles Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Skulptur, auch als *„Mutter und Kind“* bekannt, verkörpert mit ihrer schlichten, aber eindringlichen Formensprache die Trauer und den Verlust, die mit der Shoah verbunden sind. Sie steht als stummer Zeuge für die Verbrechen der NS-Zeit und mahnt zur Erinnerung an die Opfer.
Der Standort der Skulptur ist eng mit der Geschichte des KZ Ravensbrück verbunden, eines der größten Frauen-KZs des Dritten Reiches. Das Außenkommando im Nordosten Neubrandenburgs war Teil dieses Systems und hinterließ bis heute Spuren in der Region. Die Skulptur fungiert als Andachtsstätte im Sinne eines stillen Gedenkens – ein Ort der Besinnung, an dem BesucherInnen in Schweigen und Reflexion eintauchen können. Die Komposition aus Mutter und Kind symbolisiert zugleich die zerrissenen Familienbande und die Unschuld derer, die dem Terror zum Opfer fielen. Die schlichte, aber kraftvolle Gestaltung des Künstlers lädt zum Innehalten ein und macht die Skulptur zu einem zentralen Ort der Erinnerungskultur in der Stadt.
Die Skulptur ist Teil eines größeren Kontexts der Aufarbeitung der NS-Geschichte in der Region. Neben ihr finden sich im Umfeld des Friedhofs historische Stelen eines Lehrpfads, die an die Verbrechen des KZs erinnern. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Mecklenburg-Vorpommern hat in der Vergangenheit Materialien und Predigten zum Thema veröffentlicht, die auch für Neubrandenburgs Gedenkort relevant sind. Die Skulptur *„Trauernde“* verbindet so sakrale und historische Dimensionen und dient als Ort der Andacht – nicht nur für Gläubige, sondern für alle, die sich mit den Folgen des Krieges und der Diktatur auseinandersetzen möchten.
Ihr künstlerischer Wert liegt in der reduzierten, aber emotional aufgeladenen Formsprache, die ohne direkte Darstellungen von Gewalt auskommt. Stattdessen spricht sie durch ihre stille Präsenz und die symbolische Kraft ihrer Figuren. Die Skulptur steht damit für eine Form des Gedenkens, die Raum für individuelle Trauer und Erinnerung schafft. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Kunst und Sakrales sich verbinden, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern – ohne Dogmen, aber mit tiefer menschlicher Würde.
Für BesucherInnen bietet die *„Trauernde“* eine Möglichkeit, sich in einer ruhigen Atmosphäre mit den historischen Ereignissen auseinanderzusetzen. Die Skulptur ist nicht nur ein Mahnmal, sondern auch ein Ort der Besinnung, der sich an die Tradition der Andachtsstätten anlehnt. Sie erinnert daran, dass Erinnerungskultur lebendig gehalten werden muss – durch stille Präsenz, durch Kunst und durch den Willen, die Opfer nicht zu vergessen. In Neubrandenburg wird so ein Ort geschaffen, der sowohl sakrale als auch historische Bedeutung trägt und alle BesucherInnen zum Nachdenken anregt.