St. Josef – St. Lukas
Tipps
- Die Kirche St. Josef – St. Lukas in Neubrandenburg ist ein modernes Bauwerk mit doppelt-gekrümmten Schalenkonstruktionen und befindet sich in einem gepflegten Kirchencampus.
- Parken ist auf dem Gelände eingeschränkt, da Fußwege und Kreuzungen von Kirchenbesuchern teilweise als Parkplätze genutzt werden.
- Das Gebäude beherbergt regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte, Kinderkirche und Firmung sowie besondere Gottesdienste mit Prozessionen.
Eigenschaften
Über St. Josef – St. Lukas
Die Kirche St. Josef – St. Lukas in Neubrandenburg ist die Hauptpfarrkirche der römisch-katholischen Kirchgemeinde im Dekanat Neubrandenburg des Erzbistums Hamburg. Sie entstand in den 1970er Jahren als Reaktion auf das rasche Wachstum der katholischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Neubau wurde notwendig, da die alte Kirche St. Joseph zu klein war und zudem im Weg einer geplanten Straßenverbreiterung stand. Nach langwierigen Abstimmungen mit der Stadt erhielt die Gemeinde ein Grundstück am damaligen Stadtrand in der Heidmühlenstraße. Hier stand bis 1960 die sogenannte Heidmühle. Der Bau begann 1977 nach Entwürfen der Architekten Dietrich Otto und Erhard Russow, unterstützt von Bauingenieur Ulrich Müther, der auch die charakteristischen doppelt gekrümmten Hyparschalendächer konzipierte.
Das Kirchengebäude ist ein markantes Beispiel moderner Sakralarchitektur und zählt zu den wenigen in der DDR errichteten Kathedralen dieser Zeit. Die Außenfassade besteht aus Klinkermauerwerk mit vertikalen Fensterbändern, die viel Licht in den Innenraum lassen. Dieser wurde von Harald Heyde gestaltet, während die Glasarbeiten von Christof Grüger stammen. Besonders erwähnenswert ist die Orgel, erbaut 1988 von der Dresdner Firma Jehmlich, mit 17 Registern und insgesamt 1116 Pfeifen. Der eigenständige Glockenturm (Campanile) ragt nordwestlich des Kirchenschiffs auf und ist 28 Meter hoch. Sein Geläut besteht aus vier Bronze-Glocken, die 1991 von einer Eifeler Glockengießerei gegossen wurden. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und gilt als zweiter Schalenbau Müthers in Neubrandenburg, nach der 1969 fertiggestellten Stadthalle.
Das Kirchgelände umfasst nicht nur das Gotteshaus selbst, sondern auch das Pfarrhaus sowie weitere soziale Einrichtungen wie die Kindertagesstätte St. Nikolaus und das Altenheim Elisabeth Rivet. Diese räumliche Nähe unterstreicht die integrative Rolle der Kirche im sozialen Leben der Stadt. Die Außenanlagen werden von Besuchern regelmäßig als sehr schön und gepflegt wahrgenommen, auch wenn es gelegentlich zu Konflikten mit umliegenden Fußgängern kommt, die den Parkplatz nutzen. Veranstaltungen wie Konzerte oder kirchliche Feiern tragen zur lebendigen Nutzung des Ortes bei – so erlebten Gäste erst kürzlich ein Konzert mit der Brass Band Mecklenburg-Vorpommern in der Kirche.
Die Sakralbauten der DDR-Zeit sind heute ein wichtiges Zeugnis kirchlicher Baukultur, und St. Josef – St. Lukas zählt zu den herausragenden Beispielen dieser Ära. Neben der Architektur wird die Gemeinde durch vielfältige Angebote wie Kinderkirche, Abendandachten oder das Sommergartenfest im Pfarrgarten geprägt. Auch die jährliche Teterower Wallfahrt und die feierliche Firmung durch den Erzbischof gehören zu den Höhepunkten des kirchlichen Lebens. Die Kirche ist somit nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein kultureller und sozialer Anker im Leben der Neubrandenburger.