Spitalkirche St. Peter und Paul
Highlights
- Die Spitalkirche St. Peter und Paul in Röttingen wurde 1613–1615 unter Fürstbischof Julius Echter erbaut und vereint Renaissance- und klassizistische Elemente.
- Der spätbarocke Hochaltar (1780) und die Kanzel (1699) von Hans Caspar aus Bieberehren prägen das Innere der gotisch-romantischen Kirche.
Tipps
- Die Spitalkirche St. Peter und Paul zeigt im Inneren einen spätbarocken Hochaltar aus dem Jahr 1780 mit prächtiger Ausstattung.
- Der klassizistische Hochaltar mit zwei Säulen stammt aus der Erbauungszeit der Kirche durch Fürstbischof Julius Echter (1613–1615).
- Das an die Kirche angrenzende Spitalgebäude aus dem 15. Jahrhundert weist Renaissance- und spätgotische Bauelemente auf.
Eigenschaften
Spitalkirche St. Peter & Paul – Röttingen: Sakrale Kultur
Die Spitalkirche St. Peter und Paul in Röttingen ist ein historisches Sakralbauwerk mit einer reichen Vergangenheit, das sich als Zeugnis mittelalterlicher und barocker Baukunst präsentiert. Die Kirche wurde in ihrer heutigen Form unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn im frühen 17. Jahrhundert errichtet, wobei die Memorialplatten über den Eingangsportalen noch heute an diese prägende Epoche erinnern. Der viergeschossige Turm mit seinen gotischen Anbauten und das einschiffige Langhaus im spätromantischen Stil prägen das äußere Erscheinungsbild. Besonders auffällig ist der spätbarocke Hochaltar aus dem Jahr 1780, der mit seiner aufwendigen Ausstattung das Innere der Kirche dominiert.
Neben dem Hauptaltar beeindrucken vier klassizistische Seitenaltäre sowie eine Kanzel aus dem Jahr 1699, geschaffen vom Bildhauer Hans Caspar aus Bieberehren. Im südlichen Bereich der Kirche befindet sich eine Kapelle mit einem eigenen spätbarocken Altar, der durch einen gebrochenen Giebel und vier gewundene Säulen besticht. Ein besonderes Juwel ist eine spätgotische Holzfigur aus der Zeit um 1470, die als Teil des historischen Erbes der Kirche gilt. Die Verbindung zur Region wird durch das benachbarte Julius-Echter-Stift hergestellt, das bereits 1221 bestand und später durch Stiftungen wie die des Hans Truchseß von Baldersheim (1415) an Bedeutung gewann.
Direkt nördlich der Kirche erhebt sich das ehemalige Spitalgebäude, ein langgestreckter Renaissancebau mit markanten Giebeln. Der östliche Giebel zeigt typische Voluten der Echterzeit, während der westliche als spätgotischer Treppengiebel aus dem 15. Jahrhundert gestaltet ist. Das Stift wurde später saniert und ist heute in Privatbesitz, doch seine historische Substanz bleibt erhalten. Ergänzt wird das kulturelle Angebot durch das Röttinger Käppele, eine kleine Kapelle, die 1766 nach einer angeblichen Rettung vor einem Schneesturm gestiftet wurde. Nach einer Renovierung in den 1970er-Jahren dient sie heute als Ort für geistliche Musik und kulturelle Veranstaltungen.
Die Spitalkirche St. Peter und Paul vereint somit sakrale Tradition mit regionaler Geschichte und bietet Besuchern eine faszinierende Reise durch die Epochen. Von den gotischen Ursprüngen über die barocke Pracht bis hin zu den klassizistischen Details – das Bauwerk erzählt Geschichten von Glauben, Fürsorge und künstlerischem Schaffen. Besonders die Kombination aus sakraler Architektur und dem historischen Spitalbau macht den Ort zu einem einzigartigen Kulturdenkmal in Röttingen.