Denkmal/Gedenkstätte

Gedenktafel Königstraße 9

Königstraße 9, 90513 Fürth

Highlights

  • 1672 errichtete der Bamberger Amtsmann Michael Meyr das Haus Königstraße 9, verkaufte es aber kurz darauf wieder.
  • Im 19. Jahrhundert wurde im Rückgebäude ein Färbekessel neu eingebaut, nachdem bereits ein älterer Kessel genutzt wurde.

Tipps

  • Der Besuch ermöglicht Einblicke in die Nutzung des Gebäudes als Färberei ab dem frühen 19. Jahrhundert, da hier ein Kessel zur Textilfärbung installiert wurde.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Fürth: Gedenktafel Königstraße 9

Die Gedenktafel an der Königstraße 9 in Fürth erinnert an ein historisches Gebäude, das tief in der Stadtgeschichte verwurzelt ist. Das Haus wurde laut den Aufzeichnungen des Chronisten Gottlieb Wunschel vermutlich um 1672 vom Bamberger Amtsmann Michael Meyr errichtet. Meyr, der das Gebäude vermutlich kurz nach dem Bau wieder verkaufte, hinterließ damit eine Spur in der frühen Fürther Bausubstanz. Die Wunschelchronik, die als Grundlage für diese Erkenntnisse dient, existiert nur in Form von Durchschlags-Kopien im Stadtarchiv und wurde nie vollständig veröffentlicht.

Ein besonderes Detail aus dem 19. Jahrhundert verbindet das Gebäude mit der lokalen Wirtschaft: Im Jahr 1803 wurde im Rückgebäude ein neuer Färbekessel installiert. Bereits zuvor war ein solcher Kessel vorhanden, was auf eine frühe Nutzung des Gebäudes für handwerkliche oder gewerbliche Zwecke hinweist. Die Färberei war damals ein wichtiger Wirtschaftszweig in Fürth, und solche Anlagen waren typisch für die städtische Infrastruktur der Zeit. Die Denkmalliste von 1955 und spätere Forschungen wie die des Historikers Lothar Berthold bestätigen die Bedeutung des Hauses als Zeugnis der regionalen Handwerksgeschichte.

Die Gedenktafel selbst ist ein stiller Zeuge dieser Entwicklungen und verweist auf die Kontinuität des Gebäudes über Jahrhunderte hinweg. Obwohl die genaue Geschichte des Hauses nicht immer lückenlos rekonstruierbar ist, zeigt die Kombination aus archivalischen Hinweisen und den erhaltenen Bausubstanzen, wie eng das Gebäude mit dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben Fürths verbunden war. Besonders die frühe Nutzung als Färberei unterstreicht die Rolle des Gebäudes in der lokalen Industriegeschichte.

Für Geschichtsinteressierte bietet die Gedenktafel einen Einblick in die Entwicklung Fürths von einer kleinen Stadt zu einem wichtigen Handels- und Handwerkszentrum. Die Verbindung zu Bamberg – durch den Bauherrn Michael Meyr – verweist zudem auf die historischen Verflechtungen zwischen Fürth und dem nahegelegenen Bamberg. Obwohl das Gebäude selbst heute möglicherweise nicht mehr original erhalten ist, bleibt die Gedenktafel ein wichtiger Bezugspunkt für alle, die sich für die historische Bausubstanz und die Entwicklung der Stadt interessieren.

Die Aufarbeitung der Wunschelchronik und weiterer Quellen zeigt, wie wichtig lokale Archive und historische Forschungen für das Verständnis des kulturellen Erbes sind. Die Gedenktafel an der Königstraße 9 ist somit nicht nur ein Denkmal für ein einzelnes Gebäude, sondern auch ein Symbol für die sorgfältige Dokumentation und Bewahrung der Fürther Geschichte – ein Erbe, das bis heute nachwirkt.

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