Kasbruch (Samian Ware Discovery Site)
Highlights
- Im Kasbruchtal bei Neunkirchen entdeckte Archäologen Spuren einer gallorömischen Siedlung mit Quellheiligtum und Töpferei.
- Fundstellen im Tal deuten auf ein möglicherweise verlorenes Dorf mit Schweinezucht und Waldwirtschaft hin.
- Erste Ausgrabungen im 19. Jahrhundert brachten unter anderem ein keltisches Grab und römische Steinbrüche ans Licht.
Tipps
- Wandern Sie auf den ausgeschilderten Pfaden durch das Kasbruchtal und entdecken Sie antike Fundstellen wie das Quellheiligtum oder die Töpferei.
- Nutzen Sie die Infotafeln entlang des Weges, um mehr über die archäologischen Funde und die Geschichte des Tals zu erfahren.
- Parken Sie am Rande des Naturschutzgebiets und erkunden Sie die verschiedenen Rundwege – ideal für Spaziergänge, Joggen oder Radfahren.
Eigenschaften
Über Kasbruch (Samian Ware Discovery Site)
Das Kasbruchtal bei Neunkirchen im Saarland zählt zu den landschaftlich und archäologisch bedeutenden Fundorten der Region. Gelegen im Landkreis Neunkirchen, erstreckt sich das Tal über mehr als zwei Kilometer zwischen der Lakaienschäferei und dem Tal der Blies beim Stadtteil Wellesweiler. Die Bezeichnung „Kasbruch“ deutet auf die historische Bedeutung der Eiche hin und lässt Rückschlüsse auf eine gallische Siedlungsnutzung zu. Die landschaftsgeprägte Gegend war bereits in der Jungsteinzeit sowie in der gallorömischen Zeit besiedelt. Funde aus der Spätlatènezeit und Spuren einer möglicherweise antiken Schweinezucht zeugen von einer langen Nutzung durch verschiedene Kulturen.
Im Kasbruchtal wurden zahlreiche archäologische Objekte entdeckt, darunter ein Quellheiligtum, antike Töpfereien, römische Steinbrüche und Felsengräber. Besonders erwähnenswert ist der sogenannte „Opferstein“ sowie die „Römertreppe“, auch Jungferntrapp genannt. Diese Fundstellen bieten Einblicke in das Leben und die religiösen Praktiken der gallorömischen Bevölkerung. Eine Bronzestatue des Mars Cnabetius sowie weitere Götterdarstellungen unterstreichen die kulturelle und religiöse Bedeutung des Areals. Die Forschungsarbeiten von Alfons Kolling tragen maßgeblich zur Erforschung und Dokumentation der antiken Spuren im Tal bei.
Heute ist das Kasbruchtal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und lädt zu Erholung und Naturbeobachtung ein. Wanderwege führen durch waldige und offene Bereiche und ermöglichen einen abwechslungsreichen Aufenthalt in der Natur. Informative Tafeln entlang der Wege bieten Einblicke in die Geschichte und Archäologie des Tals. Die Gegend ist sowohl im Sommer als auch im Winter beliebt bei Wanderern, Jogging-Begeisterten und Radfahrern. Die ruhige Atmosphäre, das Vogelgezwitscher und gelegentliches Plätschern kleiner Wasserläufe tragen zur Erholung inmitten der Natur bei. Mehrere Parkplätze stehen für Besuchende zur Verfügung.
Das Gelände vermittelt durch seine Mischung aus Naturschutz und archäologischem Erbe ein vielschichtiges Bild der regionalen Geschichte. Obwohl keine flächendeckende antike Siedlung nachgewiesen ist, deuten die zahlreichen Fundstellen darauf hin, dass das Tal einst von Menschen intensiv genutzt wurde. Die Lage abseits größerer Zentren, aber dennoch in unmittelbarer Nähe zu römischen Siedlungen wie Schwarzenacker oder Bierbach, verdeutlicht die Bedeutung kleinerer Siedlungsformen in der römischen Kaiserzeit. Diese landschaftliche und kulturelle Vielfalt macht das Kasbruchtal zu einem lohnenswerten Ausflugsziel im Saarland.