Kastell Unterfeld
Highlights
- Das Kastell Abusina bei Eining war ein römisches Militärlager am nassen Limes.
- Es kontrollierte strategisch die Donau und wichtige Straßenverbindungen.
- Heute ist es Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und weitgehend rekonstruiert.
Tipps
- Das Kastell Abusina liegt südlich von Eining auf dem Donau-Hochufer und ist über eine kurze Wanderung vom Ortszentrum erreichbar.
- Interessierte Besucher finden hier Fachinformationen zur römischen Militärgeschichte sowie zur Ausrüstung und Lebensweise der Legionäre.
- Vor Ort finden regelmäßig historische Darbietungen wie Soldatenappelle und Gladiatorenkämpfe statt, ergänzt durch anschauliche Erklärungen.
Eigenschaften
Über Kastell Unterfeld
Das Kastell Unterfeld, auch bekannt als Abusina, liegt im bayerischen Neustadt an der Donau im Landkreis Kelheim. Es zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundorten und ist ein ehemaliges römisches Militärlager, das eine zentrale Rolle an der Reichsgrenze des Römischen Reiches spielte. Die Anlage befindet sich etwa 500 Meter südlich des Ortszentrums von Eining, einem Gemeindeteil von Neustadt an der Donau, auf dem Donau-Hochufer. Hier mündet das Flüsschen Abens in die Donau, das einst namensgebend für den römischen Ort war. Die strategische Lage ermöglichte die Kontrolle des Donauschiffsverkehrs sowie wichtiger antiker Straßenverbindungen, darunter eine Furte und eine Südstraße in Richtung Osten.
Das Kastell diente als Garnisonsstandort zur Absicherung des sogenannten „nassen“ Limes, der entlang der Donau verlief. Es ist Teil des Obergermanisch-Rätischen Limes, der seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Abusina ist eine der wenigen vollständig freigelegten und teilweise rekonstruierten römischen Wehranlagen dieses Grenzabschnitts. Neben dem eigentlichen Kastellareal existierte eine zugehörige Zivilsiedlung. Ein Großteil dieser Siedlung befindet sich heute unter Feldern östlich des Kastells und ist nicht sichtbar. Hinzu kommt ein später errichteter spätrömischer Wachturm, der als Burgus bezeichnet wird und die Verteidigungsanlagen des Limes ergänzte.
Die Forschungsgeschichte des Kastells reicht weit zurück. Bereits in der Neuzeit beschäftigten sich Gelehrte mit den Überresten der Anlage, darunter Johannes Aventinus und Peter Apian. Im 19. Jahrhundert begann Pfarrer Wolfgang Schreiner mit den ersten systematischen Ausgrabungen, die später unter der Leitung des Landesarchäologen Paul Reinecke fortgesetzt wurden. Seit den 1960er Jahren wird die Stätte wissenschaftlich erforscht und archäologisch erschlossen. Heute bietet das Gelände interessierten Besucherinnen und Besuchern fachkundige Einblicke in das Leben der römischen Legionäre, deren Ausrüstung sowie die Entwicklung der Anlage im Laufe der Jahrhunderte.
Das Kastell Unterfeld gilt als lohnenswertes Ausflugsziel für Personen mit Interesse an Archäologie, römischer Geschichte und Kulturdenkmälern. Die unmittelbare Nähe zum Kloster Weltenburg trägt zusätzlich zur landschaftlichen und kulturellen Reizkraft des Standorts bei. Die Darbietungen historischer Szenen, wie der Aufmarsch der Legionäre oder Gladiatorenkämpfe, ergänzen das Angebot vor Ort und vermitteln anschaulich Eindrücke vom Alltag und der militärischen Organisation in der römischen Grenzregion.