Dem ehemal K.B. Reserve-Infanterie Regiment Nr. 5 und seinen Toten
Eigenschaften
Über Dem ehemal K.B. Reserve-Infanterie Regiment Nr. 5 und seinen Toten
Die Gedenkstätte „Dem ehemaligen K.B. Reserve-Infanterie Regiment Nr. 5 und seinen Toten“ in Neustadt an der Weinstraße erinnert nicht nur an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch an die historische Kontinuität des Ortes vor und während der NS-Zeit. Ursprünglich Teil der Turenne-Kaserne, einem militärischen Gebäudekomplex, diente das Areal später als Arrest und wurde Schauplatz von Verfolgung und Entrechtung. Heute beherbergt die Gedenkstätte im ehemaligen Zellentrakt des Kasernenareals eine dauerhafte Ausstellung, die den Besucherinnen und Besuchern eindrücklich die Schicksale von Menschen nahebringt, die im nationalsozialistischen System zu Opfern wurden.
Die Gedenkstätte wurde im Jahr 2013 im Rahmen eines bürgerschaftlichen Engagements eröffnet und steht seither als außerschulischer Lernort für Erinnerungsarbeit und Demokratiebildung offen zur Verfügung. Sie richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Schulklassen und Gruppen und bietet tiefgehende Einblicke in die regionalen Zusammenhänge des Nationalsozialismus. Besucher berichten von intensiven Eindrücken, die durch authentische Dokumente, Bilder und zeitzeugnerische Berichte vermittelt werden. Die Führung durch das ehemalige Arrestgebäude wird dabei oft als besonders bewegend und informativ wahrgenommen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Gedenkstätte liegt auf der lokalen Geschichte und den Menschen, die in Neustadt und Umgebung unter dem NS-Regime litten – ob durch politische Verfolgung, Rassismus oder andere Formen der Entrechtung. Die Ausstellung vermittelt nicht nur geschichtliche Fakten, sondern regt auch zum Nachdenken über die Verantwortung der Gesellschaft an. Mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten, darunter Vorträge, Stadtführungen und kulturelle Veranstaltungen, trägt die Gedenkstätte dazu bei, das Gedenken an die Opfer lebendig zu erhalten und aktuelle gesellschaftliche Debatten zu fördern.
Die Gedenkstätte ist Teil eines breiteren kulturellen und historischen Kontexts in Neustadt an der Weinstraße und wird vom gleichnamigen Verein getragen, der seit seiner Gründung im Jahr 2009 kontinuierlich wächst. Unterstützt durch ehrenamtliches Engagement, Spenden und Mitgliedsbeiträge, hat sich die Einrichtung zu einer zentralen Anlaufstelle für die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit entwickelt. Mit einem durchschnittlichen Bewertung von 4,8 von 5 Sternen spiegeln die Besucherzahlen und Resonanz die hohe Qualität der Arbeit wider.
Der Ort selbst, heute im Quartier Hornbach gelegen, vermittelt durch seine unaufdringliche Präsenz eine besondere Atmosphäre der Besinnung. Die ehemaligen Zellentüren und der historische Gebäudekomplex laden dazu ein, innezuhalten und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Gedenkstätte ist somit nicht nur ein Denkmal, sondern ein lebendiger Ort des Lernens, Gedenkens und Mahnens – für alle, die sich mit der Geschichte Neustadts und seiner Menschen beschäftigen möchten.