Neustädter Wache "Blockhaus" (1732-37)
Highlights
- 1732–37: Französischer Architekt Zacharias Longuelune errichtete das Blockhaus als Teil der Neustädter Befestigung am Elbufer, westlich der Augustusbrücke.
- Im Zweiten Weltkrieg zerstört, diente es danach als Ruine – seit 2024 beherbergt es das Archiv der Avantgarden (ADA) als modernisierte Forschungseinrichtung.
- Das 1,7 Mio. Objekte umfassende Egidio-Marzona-Archiv (20. Jh.) ist seit 2024 im sanierten Blockhaus zugänglich, direkt gegenüber Altstadt-Schlössern wie Residenz und Zwinger.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang zum Blockhaus ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt durch rollstuhlgerechte Wege und angepasste Eingänge.
Eigenschaften
Neustädter Wache Blockhaus (1732–37) – Kulturdenkmal Neustadt
Das Neustädter Wache „Blockhaus“ (1732–37) ist ein historisches Bauwerk am nördlichen Elbufer von Neustadt, direkt an der Westseite des Brückenkopfes der Augustusbrücke. Entstanden nach Plänen des französischen Architekten Zacharias Longuelune, diente es ursprünglich als Wache und repräsentierte mit seiner schlichten, aber funktionalen Architektur die städtische Verteidigung. Das Blockhaus markiert einen bedeutenden Punkt im historischen Gefüge zwischen Altstadt und Neustadt, eingebettet zwischen prächtigen Barockbauten wie dem Residenzschloss, dem Zwinger und dem Albertinum auf der anderen Elbseite sowie dem Japanischen Palais und Jägerhof auf der Neustädter Seite.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude vollständig zerstört und blieb über drei Jahrzehnte eine Ruine. Erst durch eine umfassende Sanierung zwischen 2017 und 2023 erhielt es ein neues Leben: Seit Mai 2024 beherbergt es das Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (ADA), eine Schenkung des Kunstsammlers an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das sanierte Blockhaus vereint dabei historische Substanz mit moderner Architektur – ein massiver Sichtbetonkubus, der als „schwebender“ Innenraumkonzept die Sammlung avantgardistischer Kunst des 20. Jahrhunderts präsentiert. Die Verbindung aus Tradition und Innovation spiegelt sich auch in der räumlichen Nähe zu anderen Sammlungen der SKD wider, die durch Kooperationen und Leihgaben ein vernetztes kulturelles Erbe schaffen.
Das ADA im Blockhaus ist nicht nur ein Museum, sondern ein internationales Forschungszentrum, das rund 1,7 Millionen Objekte aus der Sammlung Marzonas bewahrt. Die Ausstellung „Archiv der Träume“ widmet sich Sehnsüchten, Albträumen und Visionen von Künstler:innen und bietet mit einem Freihandapparat, Vitrinen und einem Oral-History-Archiv vielfältige Zugänge zur Sammlung. Durch die enge Verknüpfung mit anderen SKD-Einrichtungen wie der Kunstbibliothek oder dem Gerhard-Richter-Archiv entsteht ein dynamisches Netzwerk, das die Vielfalt sächsischer Kunstsammlungen unterstreicht. Die Eröffnung wurde als „größte kulturpolitische Investition“ des Freistaates gewürdigt und unterstreicht den Anspruch der SKD, als „Batterie“ für alle Sammlungen zu wirken.
Mit seiner doppelten Funktion als historisches Denkmal und moderner Kulturinstitution verbindet das Blockhaus Vergangenheit und Gegenwart. Die Ruine von einst ist heute ein Ort der Begegnung mit avantgardistischer Kunst, der sich bewusst der Verantwortung stellt, das Erbe Egidio Marzonas für zukünftige Generationen zu bewahren. Die Lage am Elbufer, zwischen den ikonischen Barockbauten Dresdens, macht es zu einem einzigartigen Ort – sowohl für Kunstinteressierte als auch für Geschichtsbegeisterte. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden setzen damit ein Zeichen für die lebendige Weiterentwicklung ihres 450-jährigen Erbes.