Kirche Altbarnim - Ev. Kirchengemeinde Neutrebbin-Oderbruch
Highlights
- Fachwerk-Kirche Altbarnim (1776) mit barocker Ausstattung: Kanzelaltar, Empore und originalem Gestühl aus der Friderizianischen Zeit.
- Denkmalgeschützte Oderbruch-Kirche mit historischer Glocke (1786) in neuem Fachwerk-Glockenstuhl (2000) – Teil der selten erhaltenen Kirchen-Schul-Kombinationen.
Eigenschaften
Ev. Kirche Altbarnim – Neutrebbin-Oderbruch
Die Kirche Altbarnim der evangelischen Kirchengemeinde Neutrebbin-Oderbruch ist ein bedeutendes historisches Zeugnis der friderizianischen Kirchenbaukunst im Oderbruch. Ursprünglich als Fachwerk-Ständerbau mit quadratischem Vorbau errichtet, entstand sie 1776 in der ehemaligen Fischersiedlung Kleinbarnim. Bis dahin war die Gemeinde nach Wriezen eingepfarrt und nutzte deren Marienkirche für Bestattungen. Das Bethaus vereint bis heute originale barocke Ausstattung aus der Erbauungszeit, darunter Kanzelaltar, dreiseitige Empore und historisches Kirchengestühl – ein seltener Überlieferungszustand in dieser Region.
Besonders bemerkenswert ist der originale Fachwerk-Glockenstuhl, der 2000 als Meisterstück von Zimmerer Ronald Desem aus Königlich Reetz neu errichtet wurde. Nach einer Intervention der Unteren Denkmalbehörde wurde er schließlich 2005 auf den Kirchhof verlegt, um den historischen Charakter zu bewahren. Die beiden Glocken – darunter eine von 1786 aus der Berliner Gießerei Johann Friedrich Thiele – wurden 2009 restauriert und hängen seitdem in einem modernen Stahlgestell. Die Kirche gehört zu den wenigen erhaltenen Oderbruch-Kirchen, die ihre ursprüngliche Gestalt aus der Zeit nach der Trockenlegung des Bruchs bewahrt haben.
Die Architektur der Kirche spiegelt die typische Bauweise der Oderbrücher Kirchen des 18. Jahrhunderts wider, die oft mit Schulen kombiniert waren. Bis 1945 blieben nur wenige dieser Fachwerkbauten erhalten, darunter die Kirchen von Altwriezen, Neubarnim und Wuschewier. Letztere wurde später umfassend restauriert, während die Ausstattung weitgehend verloren ging. Die Kirche Altbarnim hingegen bewahrt nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern auch den Innenraum mit originaler Ausstattung – ein seltenes Denkmal für den Glaubensalltag der Region vor über 200 Jahren.
Als identitätsstiftendes Wahrzeichen der Gemeinde dokumentiert die Kirche die historische Entwicklung des Oderbruchs und die Lebenswelt der frühen Siedler. Die Erhaltung des Denkmalsbestands, insbesondere der Inneneinrichtung, ist daher von großer Bedeutung, um die kulturelle Kontinuität für zukünftige Generationen zu bewahren. Die Kirche Altbarnim steht damit für den besonderen Reichtum der protestantischen Sakralarchitektur in dieser Landschaft und lädt zur Auseinandersetzung mit ihrer bewegten Geschichte ein.