Rockenfeld
Eigenschaften
Über Rockenfeld
Rockenfeld ist eine ehemalige kleine Gemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz, heute eine sogenannte Wüstung. Der Ort liegt in der Nähe von Rheinbrohl und bot einst Wohnraum für rund 50 Einwohner. Die letzte bekannte ständige Bewohnerin war die Ehefrau des Gastwirts Albert Grose, die in einem Seniorenheim verstarb, nachdem ihr Mann bereits in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts verstorben war. Seitdem ist der Ort unbebaut und ruht heute als historischer Ortsteil inmitten von Wald und Wiesen.
Die Geschichte von Rockenfeld reicht weit zurück. Archäologische Funde deuten auf eine frühe Besiedlung hin, unter anderem durch ein kleines Erdkastell im Wald. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzverhältnisse mehrfach; neben den Burggrafen zu Hammerstein und dem Grafenhaus Wied gehörte der Ort auch dem Kloster St. Thomas. 1693 trennte sich Rockenfeld von Gönnersdorf, zu dem es bis dahin zählte. Im 19. Jahrhundert lebten hier elf Familien, wobei viele Bewohner im Zuge von Aussiedlungen ihre Heimat verließen. Die Königliche Regierung in Koblenz genehmigte diese jedoch nicht pauschal. In späteren Jahren diente das Nonnenbachtal auch als Zuflucht während des Zweiten Weltkriegs.
Ein zentraler Bestandteil des heutigen Ortsbildes ist das Ehrenmal, das 1962/1963 vom „Club Waldesruh“ unter Vorsitz des Försters Hans Diez errichtet wurde. Es erinnert an die Bürger von Rockenfeld, die in den Kriegen ihr Leben ließen. Neben dem Mahnmal sind heute nur noch Steinreste der ehemaligen Gebäude sowie ein Hinweisschild erhalten. Die ehemalige Dorfschule verfügte über eine eigene Chronik, die ab 1882 geführt wurde und Einblicke in das Schulwesen des Ortes gibt. Die Lehrkräfte wechselten häufig, und die finanziellen Mittel der Gemeinde für die Bezahlung der Lehrer waren begrenzt.
Heute zieht Rockenfeld vor allem durch seine ruhige Lage und die historische Atmosphäre Besucher an. Der ehemalige Dorfplatz und die umliegenden Waldflächen laden zu Spaziergängen ein. Einige Gäste schätzen die Stille und den Blick über die umliegenden Täler, etwa in Richtung Malberg in Hähnen. Andere vermissen konkrete sichtbare Spuren der Vergangenheit, da neben dem Ehrenmal und dem Gedenkstein kaum noch bauliche Zeugnisse erhalten geblieben sind. Dennoch bleibt Rockenfeld ein Ort der Erinnerung – an eine kleine Gemeinde mit eigener Identität, die heute Teil der Gemeinde Feldkirchen ist.