Pfarrgarten
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Nideggen wurde um 1177 erbaut und ist eng mit der Geschichte der Burg verbunden.
- 1953 wurde im Altarsepulkrum der Kirche ein historisches Kreuz gefunden.
- Das um 1240 entstandene Fresko in der Apsis wurde nach Kriegszerstörungen aufwendig restauriert und ist heute wieder in der Kirche zu sehen.
Tipps
- Beim Besuch der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Nideggen lohnt sich ein Blick auf die romanischen Bauteile und die einmaligen Fresken aus dem Mittelalter.
- Die Kirche ist auf dem Weg zur Burg Nideggen gelegen und bietet neben dem Gotteshaus einen sehenswerten Friedhof.
- Aktuell sind Renovierungsarbeiten im Chorraum abgeschlossen, der Zugang zur Kirche kann eingeschränkt sein.
Eigenschaften
Über Pfarrgarten
Der Pfarrgarten in Nideggen liegt im nordrhein-westfälischen Kreis Düren und zählt zu den sakralen Kulturdenkmälern der Region. Das Gelände umgibt die evangelische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die eng mit der historischen Entwicklung des Ortes sowie der nahegelegenen Burg Nideggen verknüpft ist. Die Kirche wurde erstmals um das Jahr 1177 erbaut, zeitgleich mit dem Aufbau der Burg, und weist bis heute ihren ursprünglichen romanischen Baustil auf, trotz mehrerer Zerstörungen im Laufe der Geschichte.
Die Pfarrkirche wechselte im Mittelalter mehrfach den Besitzer. So wurde sie zunächst dem Deutschherrenorden geschenkt, ehe sie später an die Johanniter überging. Im Jahr 1329 erhielt Graf Wilhelm V. von Jülich die päpstliche Genehmigung für die Errichtung eines Stifts, zu dem auch eine eigene Kirche vor den Stadtmauern gehörte. Diese wurde zum Überlieferungsort der Gebeine der seligen Christina von Stommeln. Im Zuge späterer Umbaumaßnahmen und nach der Auflösung verschiedener Orden im 19. Jahrhundert gerieten Kirche und angeschlossene Stiftsgebäude zunehmend in Verfall.
Besondere Aufmerksamkeit erregen die im 13. Jahrhundert entstandenen Wand- und Deckenfresken in der Apsis der Kirche. Diese Malereien, in der Kalksecco-Technik ausgeführt, gehören zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen mittelalterlicher Kirchenkunst in Westdeutschland. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt und restauriert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Kirche zerstört, darunter auch Abschnitte mit mittelalterlichen Ausmalungen. Um die Fresken dennoch zu retten, wurden sie abgenommen und später nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten wieder an die Wände der erneuerten Apsis zurückgebracht.
Der Pfarrgarten selbst liegt direkt neben der Kirche und bietet einen ruhigen Rückzugsort mit historischem Flair. Er grenzt unmittelbar an den Friedhof und lädt zur Besinnung ein. Von hier aus ist auch der Weg zur nahegelegenen Burg Nideggen kurz. Die Kirche ist in der Regel an mehreren Tagen in der Woche für Besucher geöffnet, wenngleich es im August 2024 aufgrund von Restaurierungsarbeiten Einschränkungen gab. Die Sakralbauten und der Pfarrgarten spiegeln die wechselvolle Geschichte der Region wider und laden zur Auseinandersetzung mit Kultur und Glauben ein.