Kirche/Kloster

Kirche Welsickendorf

Welsickendorf 45A, 15936 Niederer Fläming

Highlights

  • Die Kirche Welsickendorf entstand als gotischer Feldsteinbau um 1300 mit einem Rechtecksaal und wurde 14. Jahrhundert erweitert.
  • Barocke Fenster mit spitzbogigen Ziegellaibungen und eine 1996 restaurierte Schuke-Orgel prägen das Innere der Kirche.
  • Ein spätgotischer Sakristeibereich hinter dem Altar ist durch eine verglaste hölzerne Trennwand mit Spitzbogenöffnungen abgetrennt.

Tipps

  • Der gotische Feldsteinchor aus dem 15. Jahrhundert zeigt mit seinen spitzbogigen Ziegellaibungen und einheitlich gestalteten Fenstern architektonische Besonderheiten der Region.
  • Hinter dem Altar trennt eine hölzerne Trennwand mit verglasten Spitzbogenöffnungen den Sakristeibereich vom Kirchenschiff ab und unterstreicht die historische Raumaufteilung.
  • Die Schuke-Orgel aus dem Jahr 1996 mit neubarocken Prospektformen bietet akustische Möglichkeiten für musikalische Veranstaltungen wie Erntedankgottesdienste mit Konzertanteilen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Welsickendorf (Niederer Fläming)

Die Kirche Welsickendorf im Niederen Fläming ist ein historisches Zeugnis sakraler Baukunst und regionaler Geschichte. Ihre Wurzeln reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, wobei die erste urkundliche Erwähnung als Mutterkirche bereits im Jahr 1335 belegt ist. Der heutige Chor der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist ein prägender gotischer Feldsteinbau, der mit seiner schlichten, aber eindrucksvollen Architektur die frühe Bauphase widerspiegelt.

Ein besonderes Merkmal des Innenraums ist die hölzerne Trennwand mit verglasten Spitzbogenöffnungen, die seit jeher den Sakristeibereich hinter dem Altar abgrenzt. Die Fenster wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und erhalten ihre einheitliche Gestalt durch spitzbogige Ziegellaibungen. Zudem zeugt die spätgotische Sakramentsnische, die in den Unterbau eines barocken Altars integriert ist, von der stetigen Weiterentwicklung der Ausstattung. Die barocke Pracht des Altars sowie die figürlichen Darstellungen von Moses und Christus als Guter Hirte an der Kanzel – flankiert von Säulen und Obelisken in Engelswolken – unterstreichen den künstlerischen Reichtum des Raums.

Die Orgel der Kirche, ein Werk der renommierten Orgelbauerfamilie Schuke, wurde 1996 neu errichtet und verfügt über einen neubarocken Prospekt mit gesägten und bemalten Akanthuswangen. Ihr Klang und ihre restaurierte Qualität machen sie zu einem besonderen Akzent während musikalischer Veranstaltungen, wie etwa dem Festlicher Erntedankgottesdienst mit Orgelkonzert, der 2007 in der Märkischen Allgemeinen dokumentiert wurde. Auch der historische Pfarrerstuhl und der Taufstein aus dem 18. Jahrhundert sind wertvolle Zeugnisse der kirchlichen Tradition.

Äußerlich besticht die Kirche durch ihren 33 Meter hohen Turm, der im Jahr 1896 errichtet wurde und seither die Dorflandschaft prägt. Die älteste Glocke stammt aus dem Jahr 1581 und trägt die Inschrift *„o rex gloriae veni cum pace“* – ein Symbol für den Frieden, der seit Jahrhunderten über dem Ort wacht. Die jüngere Glocke wurde 1971 hinzugefügt, während das Kirchendach zuletzt 1992 mit Biberschwänzen eingedeckt wurde. Die Kombination aus romanischen Feldsteinresten, gotischen und barocken Elementen macht die Kirche zu einem lebendigen Geschichtsbuch des Niederen Flämings.

Die Kirche Welsickendorf ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturelles Juwel, das durch ihre historische Substanz und ihre künstlerische Ausstattung besticht. Sie lädt Besucher ein, die Spuren vergangener Epochen zu erkunden – von den ersten Steinmetzarbeiten bis hin zu den barocken Umgestaltungen.

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