Ehemalige "Villa Rick"
Tipps
- Das ehemalige Patrizierhaus Villa Rick in Nordhorn ist ein denkmalgeschütztes Gebäude aus der Gründerzeit mit Jugendstil- und Schweizerhausstil-Elementen.
- Aufgrund des Leerstands und mehrerer Brände ist das Gebäude nicht bewohnbar und wird derzeit nicht öffentlich zugänglich angeboten.
- Interessierte können sich über die Geschichte und Sanierung der Villa Rick im Denkmalatlas Niedersachsen oder über regionale Presseberichte informieren.
Eigenschaften
Über Ehemalige "Villa Rick"
Die ehemalige „Villa Rick“ ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in der nordhessischen Stadt Nordhorn im Bundesland Niedersachsen. Das um 1898 errichtete Patrizierhaus zählt zu den ältesten und stadtbildprägenden Gebäuden der Nordhorner Innenstadt. Ursprünglich als Wohnsitz der Familie Stroink, einer einflussreichen Unternehmerfamilie aus der Textilindustrie, erbaut, verkörpert das Gebäude den architektonischen Stilpluralismus der Gründerzeit. Dabei vereint es Elemente der niederländischen Spätrenaissance mit Zügen des Schweizerhausstils – ein Ausdruck des damaligen kulturellen und wirtschaftlichen Umfelds der Region.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Villa an die Arztfamilie Rick/Rick-Mikulla übergeben, die das Anwesen als Wohn- und Praxissitz nutzte. Nach dem Auszug der letzten Bewohner Ende der 1970er Jahre geriet das Gebäude in einen langen Leerstand, der sich über Jahrzehnte hinwegzog. In dieser Zeit fiel es mehreren Bränden zum Opfer, wodurch der Dachstuhl, Anbauten und Teile des Innenraums schwer beschädigt wurden. Der fortschreitende Verfall machte das Gebäude zu einem Symbol für die Herausforderungen im Umgang mit historischem Erbe in der Region und führte immer wieder zu Berichten in der regionalen Presse.
Das Blatt wendete sich 2011, als eine nordhorner Investorengruppe die Villa übernahm und umfassend sanieren ließ. Dabei wurde ein Konzept verfolgt, das den Erhalt der historischen Substanz mit modernen Wohnbedürfnissen in Einklang brachte. Der Entwurf des Nordhorner Architekten Heinz Brouwer sah eine Kombination aus Fassadenrestaurierung und dem sogenannten „Haus im Haus“-Prinzip vor, um denkmalgeschützte Innenräume zu erhalten und gleichzeitig zeitgemäße Wohnungen zu schaffen. Gleichzeitig entstand im angrenzenden Park ein Neubau, der zwei moderne Baukörper mit jeweils vier Etagenwohnungen umfasst.
Bei der Sanierung mussten aufwendige Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden, da sowohl die Außenfassade als auch zahlreiche Innenausstattungen unter Denkmalschutz stehen. Dazu zählten stilkonforme Fenster und Türen, verzierte Kamine, Jugendstil-Flügeltüren sowie das original erhaltene Eichenholz-Treppenhaus. Lediglich die durch Pilzbefall geschädigten Holzdecken mussten durch Beton ersetzt werden. Die Restaurierung wurde 2013 nahezu abgeschlossen und das Gebäude im Rahmen des Denkmaltags als „unbequemes Denkmal“ öffentlich vorgestellt – ein Hinweis auf die komplexen Prozesse, die mit dem Erhalt solcher Bauten einhergehen.