Denkmal/Gedenkstätte

Ehemalige Synagoge Werlau St. Goar

Bopparder Str. 4, 56329 St. Goar

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Werlau (St. Goar) wurde 1907 als Teil einer neu errichteten Kirche erbaut und ist heute als historische Sehenswürdigkeit erhalten.
  • Werlau, erstmals 992 urkundlich erwähnt, war jahrhundertelang von jüdischem Leben geprägt – heute erinnert ein Gedenkstein an die jüdische Gemeinde.
  • Die gotische Kirche mit Vierpass-Schlussstein (1907) und das 1956 ergänzte Denkmal für jüdische Einwohner verbinden christliche und jüdische Geschichte im Ort.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge in Werlau bietet Einblicke in die jüdische Geschichte des Ortes und zeigt die architektonischen Besonderheiten der Region.
  • Ein Besuch der Umgebung ermöglicht die Betrachtung historischer Denkmäler wie die Grubenlore oder den Gedenkstein zur 1000-Jahr-Feier von Werlau.
  • Die Verbindung zur Rheinlandschaft und die Aussichtspunkte wie der Werlauer Pilz ergänzen den historischen Kontext der Synagoge durch landschaftliche Perspektiven.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Werlau – Kulturdenkmal St. Goar

Die ehemalige Synagoge in Werlau, einem malerischen Ortsteil von St. Goar, ist ein bedeutendes historisches Zeugnis jüdischer Geschichte im Mittelrheinraum. Eingebettet in die hügelige Landschaft des Hunsrücks und mit Blick auf den Rhein, verkörpert das Gebäude eine besondere Verbindung zwischen lokaler Tradition und jüdischem Leben. Werlau selbst wird bereits seit dem 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt und war über Jahrhunderte ein selbstversorgendes Dorf mit Landwirtschaft, Weinbau und Erzabbau am Prinzenstein.

Die Synagoge entstand in einer Zeit, als Werlau eine kleine, aber lebendige jüdische Gemeinde beherbergte. Obwohl das genaue Baujahr nicht überliefert ist, spiegeln sich die Architektur und der Standort im Ortskern in der historischen Struktur des Dorfes wider. Die jüdische Gemeinde gehörte zu den wenigen im gesamten Mittelrheingebiet, die hier Fuß fassten – ein Zeichen für die offene Gesellschaftsstruktur der Region. Heute ist die ehemalige Synagoge ein stilles Mahnmal, das an das Leben der jüdischen Einwohner erinnert, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Werlau lebten.

Werlau selbst ist geprägt von einer reichen Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Neben der Synagoge zeugen weitere historische Bauten wie die 1907 neu errichtete Kirche mit ihrem gotischen Schlussstein oder das denkmalgeschützte „Dorfbackes“ von der langjährigen Dorfentwicklung. Besonders eindrucksvoll ist das Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, das seit 1956 auf dem Kirchplatz steht und durch einen Gedenkstein für die jüdischen Einwohner ergänzt wurde. Diese Gedenkstätte unterstreicht die Bedeutung der ehemaligen Synagoge als Teil des kollektiven Gedächtnisses des Ortes.

Ein Spaziergang durch Werlau führt vorbei an weiteren historischen Stätten wie der Grubenlore auf dem Zehnthofplatz, die an den Erzabbau am Prinzenstein erinnert, oder dem evangelischen Gemeindehaus von 1967. Die idyllische Lage zwischen Weinbergen und dem Rhein macht den Ort zu einem besonderen Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte. Die ehemalige Synagoge steht dabei als stiller Zeuge einer Zeit, in der Werlau ein Ort des Zusammenlebens verschiedener Konfessionen war – ein Kapitel, das bis heute nachwirkt.

Besonders reizvoll ist die Verbindung von Natur und Geschichte in Werlau: Der Rundwanderweg durch das Dorf führt an historischen Gebäuden vorbei und bietet zugleich Panoramablicke auf den Rhein und die umliegenden Hügel. Die ehemalige Synagoge bleibt dabei ein zentraler Punkt, der zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Werlau zeigt damit, wie Geschichte und Gegenwart in diesem malerischen Mittelrhein-Ort eng verwoben sind.

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