Denkmal/Gedenkstätte

"Stolperstein" für Rosette Klompus geb. Jakoby

Strandstraße 10, 26548 Norderney

Highlights

  • Rosette Klompus (geb. Jakoby) – promovierte Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Vergleichende Literatur, studierte in England und promovierte 2006.
  • Nach ihrer Promotion zog sie 2006 nach Deutschland und arbeitete als Historikerin, engagierte sich ab 2008 in der Bamberger ‚Stolpersteine‘-Initiative.
  • Ihre akademische Laufbahn umfasste Europäische Studien (Bath), Mittelalterliche Geschichte (Bamberg) und Europäische Kulturpolitik (Warwick)

Tipps

  • Der Stolperstein erinnert an ein Opfer des Nationalsozialismus und gehört zu einem internationalen Projekt, das an Verfolgte des Regimes mahnt.
  • Die Verlegung erfolgt durch Künstler Gunter Demnig und dient als stummer Mahner für die Erinnerung an individuelle Schicksale.
  • Die Initiative ‚Stolpersteine gegen das Vergessen‘ dokumentiert seit 2008 Schicksale in Bamberg und fördert die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stolperstein Rosette Klompus – Norderney

Der Stolperstein für Rosette Klompus, geborene Jakoby, ist ein bewegendes Mahnmal in Norderney, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Initiiert vom Künstler Gunter Demnig, markieren diese kleinen, in den Gehweg eingelassenen Messingtafeln individuelle Schicksale von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Rosette Klompus gehört zu den vielen Betroffenen, deren Leben durch die systematische Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung zerstört wurde.

Der Stolperstein erinnert an ein Leben, das durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft brutal unterbrochen wurde. Rosette Klompus, deren Name auf dem Stein verewigt ist, war Teil einer Gemeinschaft, die in Norderney einst ein kulturelles und gesellschaftliches Zentrum bildete. Die Insel war nicht nur ein beliebter Kurort, sondern auch ein Ort, an dem sich jüdische Familien niederließen und sich ein neues Leben aufbauten. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann für viele von ihnen eine Zeit der Verfolgung, die schließlich in Deportation und Tod endete.

Die Initiative „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Bamberg, die seit Jahren an die Opfer erinnert, hat auch in Norderney dazu beigetragen, dass solche individuellen Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Jeder Stein ist ein stiller Appell, sich der Verantwortung für die Vergangenheit zu stellen und die Erinnerung an die Verfolgten wachzuhalten. Rosette Klompus’ Schicksal steht dabei exemplarisch für unzählige Leben, die durch den Nationalsozialismus zerstört wurden – ein Mahnmal, das zum Nachdenken und zum Gedenken einlädt.

Der Stolperstein in Norderney ist nicht nur ein künstlerisches Werk, sondern ein Ort der Reflexion. Er erinnert daran, dass Geschichte nicht nur aus großen Daten und Ereignissen besteht, sondern aus den Schicksalen einzelner Menschen. Durch die Verlegung dieser Steine wird die Erinnerung an Rosette Klompus und andere Verfolgte lebendig gehalten, damit ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Ein Besuch dieses Gedenkorts bietet die Möglichkeit, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit neu zu bewerten.

Als Teil eines größeren Netzwerks von Stolpersteinen weltweit verbindet der Stein in Norderney Betroffene aus verschiedenen Regionen und Lebenswelten. Er zeigt, wie die NS-Verfolgung nicht auf eine bestimmte Gruppe beschränkt blieb, sondern Menschen aller Hintergründe traf. Rosette Klompus’ Name auf dem Boden erinnert daran, dass Erinnerung aktiv sein muss – als Warnung vor den Gefahren von Hass und Intoleranz und als Verpflichtung, die Würde jedes Menschen zu schützen.

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