Ichterloh
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Ichterloh in Ascheberg umfasst 216,84 Hektar und schützt naturnahe Laubwälder sowie seltene Lebensräume.
- Im NSG Ichterloh kommen verschiedene gefährdete Orchideenarten und Lebensgemeinschaften wie Stieleichen-Hainbuchenwald vor.
- Das Gebiet ist Teil des FFH-Gebietes 'Wälder Nordkirchen' und beherbergt einen strukturreichen Gewässer-Grünlandkomplex.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet Ichterloh in Ascheberg eignet sich besonders für Naturbeobachtungen in Laubwäldern und Feuchtgrünlandflächen.
- Auf Waldwegen und an Bachabschnitten lassen sich seltene Pflanzen- und Tierarten wie der Schwarzspecht oder der Pirol beobachten.
- Das Gelände ist überwiegend ebenerdig, aber bei Feuchtigkeit im Winter oder Frühjahr kann geländegängiges Schuhwerk nötig sein.
Eigenschaften
Über Ichterloh
Das Naturschutzgebiet Ichterloh befindet sich im nordrhein-westfälischen Ascheberg im Kreis Coesfeld. Es umfasst eine Fläche von rund 217 Hektar und wurde 1991 rechtswirksam als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen, wobei der Schutzstatus seit 2002 besteht. Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und innerhalb des FFH-Gebietes „Wälder Nordkirchen“ eingebettet. Es liegt nördlich der Ortslage Capelle und umgibt das Forsthaus Ichterloh.
Im Zentrum des Schutzgebiets steht der Erhaltung bodenständiger Laubwälder, insbesondere von Stieleichen-Hainbuchen- und Waldmeister-Buchenwäldern. Diese Wälder wachsen auf basischen bis kalkreichen Böden, darunter Pseudogley-Rendzina und Braunerde, die auf kreidezeitliche Kalkmergelschichten zurückgehen. Unterschiedliche Bodenverhältnisse führen zu variierenden Waldgesellschaften: Auf schweren, nassen Lehmböden im unteren Hangbereich dominieren Eichen-Hainbuchenwälder, während auf sandigeren Böden im Nordwesten eher buchen- oder eschen-dominierte Bestände zu finden sind. Teilweise wurden forstliche Eingriffe durch nicht heimische Baumarten wie Roteiche oder Hybridpappeln beeinflusst.
Die Krautschicht des NSG Ichterloh ist besonders artenreich und zeigt eine hohe Vielfalt an Geophyten. Im nördlichen Teil finden sich großflächige Bärlauchbestände, während südlich der K 15 diese Art nicht vorkommt. Im Süden und Osten des Gebiets gibt es gut erhaltene Eichen-Hainbuchenwälder mit Altholzanteilen. Von besonderer Bedeutung sind zudem die im NSG vorkommenden Orchideenarten, die aufgrund kleiner Populationen als gefährdet gelten. Am Ostrand des angrenzenden FFH-Gebiets erstreckt sich ein Gewässer-Grünlandkomplex, der aus einer ehemaligen Ackerbrache entstand. Dort wurden Kleingewässer und feuchte Senken angelegt, Hecken gepflanzt und Strukturen wie Lesesteinhaufen errichtet, um Biotopverbünde zu fördern.
Das Schutzziel des Gebiets umfasst unter anderem den Erhalt und die Entwicklung von Lebensgemeinschaften und -stätten für verschiedene Tier- und Pflanzenarten des Waldes, darunter Wespenbussard, Schwarzspecht, Pirol und Nachtigall. Aufgrund seiner naturnahen Waldstruktur und der angrenzenden Offenlandbereiche stellt das NSG einen wichtigen Bestandteil eines landesweit bedeutsamen Biotopverbundes dar. Besondere ökologische Relevanz hat auch das Vorkommen von Feuchtgrünland im Zusammenhang mit dem südlich angrenzenden Waldbereich. In jüngerer Zeit wurden durch Trockenheit bedingte Dürreschäden an Buchenbeständen beobachtet, was zu gezielten Kahlschlägen in Bereichen mit seltenen Arten wie dem Purpur-Knabenkraut führte.