Kirche/Kloster

Schlosskirche Kröchlendorff

17291 Nordwestuckermark

Tipps

  • Die Schlosskirche Kröchlendorff kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.
  • Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird gelegentlich für Trauungen oder kulturelle Veranstaltungen genutzt.
  • Architektonisch zeigt die Kirche Elemente der neugotischen Bauweise mit französischen Einflüssen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Schlosskirche Kröchlendorff

Die Schlosskirche Kröchlendorff liegt im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Nordwestuckermark im Landkreis Uckermark. Dieses sakrale Bauwerk ist eng mit dem nahegelegenen Schloss Kröchlendorff verbunden und zählt heute zu den kulturellen Highlights der Region. Ursprünglich als evangelisch-reformierte Kirche im 19. Jahrhundert erbaut, hat das Gebäude eine wechselvolle Geschichte durchlaufen und fungiert heute vielseitig – sowohl als Veranstaltungsraum als auch für standesamtliche Trauungen.

Architektonisch ist die Kirche ein bemerkenswertes Beispiel der neugotischen Baukunst des mittleren 19. Jahrhunderts. Ihr Stil orientiert sich an der französischen Hochgotik, insbesondere am Rayonnantstil, was für die deutsche Sakralarchitektur jener Zeit ungewöhnlich war. Das Bauwerk ruht auf einer Krypta mit flachen Gewölben, und die Fassade wird durch Strebepfeiler, Maßwerkfriesen und spitze Dachgauben geprägt. Ein auffallendes Merkmal ist der achteckige Turm an der Nordwestecke mit einem durchbrochenen Maßwerkhelm. Im Inneren dominieren Kreuzrippengewölbe im Mittelschiff und Gratgewölbe in den Seitenschiffen, während die Apsis mit einem Schirmgewölbe abgeschlossen ist.

Nach der Enteignung der ursprünglichen Besitzerfamilie in der Nachkriegszeit und dem letzten Gottesdienst in der DDR-Ära wurde die Kirche entwidmet und geriet in einen Zustand der Vernachlässigung. In den 1990er Jahren übernahm die politische Gemeinde Gollmitz, heute Nordwestuckermark, das Gebäude und initiierte eine umfassende Restaurierung. Seit 2002 dient die Kirche als Kommunikations- und Kulturzentrum und wird gelegentlich für Gottesdienste sowie regelmäßig für standesamtliche Trauungen genutzt, oft im Rahmen von Hochzeiten im benachbarten Schloss.

Von der ursprünglichen Ausstattung sind nur wenige Elemente erhalten, darunter Reste der steinernen Kanzel mit einem rekonstruierten Schalldeckel. In der Westvorhalle befinden sich vier Steinreliefs mit Szenen aus dem Leben Jesu. Die Krypta beherbergte einst die Gebeine der Familie von Arnim, darunter Malwine von Arnim, Schwester des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Diese wurden nach der Enteignung auf den örtlichen Friedhof umgebettet.

Die Schlosskirche Kröchlendorff steht unter Denkmalschutz und kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Mit ihren eindrucksvollen architektonischen Details und ihrer vielfältigen Nutzung ist sie ein kultureller Anziehungspunkt in der Nordwestuckermark und ein Zeugnis der regionalen Geschichte sowie sakralen Baukunst des 19. Jahrhunderts.

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