Denkmal/Gedenkstätte

Brunnenanlage

Rathauspl. 6, 90403 Nürnberg

Highlights

  • Der Gänsemännchen-Brunnen in Nürnberg wurde um 1550 erbaut und zeigt einen Bauern mit zwei Gänsen.
  • Die Brunnenfigur könnte Philip Melanchton darstellen, einen wichtigen Reformatoren der Wittenberger Reformation.
  • Ursprünglich am Gänsemarkt aufgestellt, wurde der Brunnen nach dem Zweiten Weltkrieg umgesetzt.

Tipps

  • Der Gänsemännchenbrunnen in Nürnberg ist ein historisches Renaissancekunstwerk aus etwa 1550 und befindet sich zwischen den Rathausgebäuden.
  • Die Figur des Bauern mit zwei Gänsen unter den Armen gilt möglicherweise als Darstellung von Philip Melanchton, einem wichtigen Reformatoren.
  • Der Brunnen ist direkt in der Innenstadt gelegen, nahe dem Hauptmarkt, und bietet gute Fotomotive sowie zwei benachbarte fränkische Gaststätten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Brunnenanlage

Die Brunnenanlage in Nürnberg, bekannt als Gänsemännchen-Brunnen, zählt zu den bedeutendsten Renaissancekunstwerken der Stadt und ist eines der ältesten erhaltenden Brunnenmonumente. Die Anlage befindet sich zentral in der Innenstadt, direkt neben dem Hauptmarkt, in unmittelbarer Nähe zu den beiden Rathausgebäuden. Hier thront eine bemerkenswerte Bronzefigur, die einen Bauern darstellt, welcher zwei Gänse unter den Armen trägt. Die Darstellung ruht auf einem zylindrischen Sockel, aus dessen Schnäbeln die Gänse das Wasser ausspucken. Die Gestaltung stammt vermutlich aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und geht auf den Entwurf von Hans Peisser zurück, während die Umsetzung von Pankraz Labenwolf stammt.

Der Brunnen war ursprünglich am sogenannten Gänsemarkt aufgestellt, einem historischen Platz im Stadtkern, wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg an seinen heutigen Standort verlegt. Aufgrund seiner zentralen Lage und der kunstvollen Gestaltung gilt er als beliebtes Motiv für Fotografien und zieht Besucher aus aller Welt an. Die Figur selbst wird vielfach mit Philip Melanchthon in Verbindung gebracht, einem der maßgeblichen kirchenpolitischen Akteure der Reformation neben Martin Luther. Melanchthon gründete 1526 in Nürnberg eine Lateinschule, deren Eröffnung mit einer Festrede von ihm verbunden war – ein Umstand, der möglicherweise zur Symbolik des Brunnens beiträgt.

Das künstlerische und historische Gewicht des Brunnens spiegelt sich auch in der öffentlichen Wahrnehmung wider. Bekannt ist, dass selbst Johann Wolfgang von Goethe ein großer Verehrer der Figur war. Sein Interesse trug dazu bei, dass das Motiv des Gänsemännchens später auch in anderen Städten wie Weimar übernommen wurde. Die Brunnenanlage ist somit nicht nur ein Zeugnis städtischer Versorgungsgeschichte, sondern auch ein Kulturdenkmal von erheblicher Bedeutung. Die Umgebung des Brunnens lädt zur Verweildauer ein, umgeben von der historischen Kulisse und gastronomischen Einrichtungen, die fränkische Spezialitäten anbieten.

Mit über 10.000 Bewertungen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,5 von 5 Sternen genießt der Brunnen bei Besucherinnen und Besuchern große Beliebtheit. Die Darstellung des bäuerlichen Motivs in Verbindung mit der städtischen Geschichte macht die Anlage zu einem kulturellen Anziehungspunkt, der sowohl für seine Ästhetik als auch für seinen historischen Kontext geschätzt wird. Die Brunnenanlage steht somit exemplarisch für die Tradition Nürnbergs, Kunst, Geschichte und Alltag miteinander zu verbinden.

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