Denkmal/Gedenkstätte

Minnesängerbrunnen

Rosenau 1, 90429 Nürnberg

Highlights

  • Der Minnesängerbrunnen in Nürnberg wurde 1905 nach einem Entwurf von Philipp Kittler errichtet.
  • Die Bronzefigur eines Minnesängers spielt Laute, umgeben von musizierenden Kinderfiguren im Jugendstil.
  • Der Brunnen wurde nach 1936 wegen der jüdischen Herkunft der Stifterin Babette Bach entfernt und später wieder aufgestellt.

Tipps

  • Der Minnesängerbrunnen im Rosenaupark ist ein sehenswertes Denkmal aus dem Jahr 1905 mit Jugendstil-Elementen und musikalischen Figuren.
  • Ursprünglich in der Prateranlage errichtet, wurde der Brunnen 1936 entfernt und später im Rosenaupark wieder aufgestellt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Minnesängerbrunnen

Der Minnesängerbrunnen in Nürnberg zählt zu den bedeutenden kulturellen Denkmälern der Stadt und widmet sich dem deutschen Minnesang des Mittelalters. Errichtet im Jahr 1905, entstand das Bauwerk auf Grundlage eines Entwurfs von Philipp Kittler. Umgesetzt wurde es durch die Bildhauer Christoph Lenz, Johann Brandstätter und Ferdinand Göschel. Der Brunnen thront auf einem sechseckigen Granitsockel, der ein ebenso sechseckiges Wasserbecken trägt. Drei Seiten des Beckens verfügen über Einfassungen im Jugendstil, die fischköpfige Wasserspeier integrieren. In der Mitte ruht eine weitere runde Schale, die durch zungenartige Stützbögen mit den äußeren Einfassungen verbunden ist. Auf diesen Bögen sitzen Bronzefiguren von fischschwänzigen Kindern, die verschiedene Musikinstrumente wie Fidel, Drehleier und Schalmei spielen.

Zentraler Blickpunkt des Brunnens ist eine Säule in der Mitte des oberen Beckens, auf der eine Bronzefigur eines Minnesängers in mittelalterlichem Gewand steht und eine Laute spielt. Die Säule selbst ist mit sechs weiteren Wasserspeiern versehen. Auf der oberen Brunnenschale ist zudem ein Liebesgedicht des Dichters Theodor Hampe aus dem 15. Jahrhundert eingraviert. Die Inschrift erinnert an die literarische Tradition, die der Brunnen veranschaulichen soll. Die Gestaltung vereint somit architektonische und künstlerische Elemente des Jugendstils mit einer thematischen Verbindung zur deutschen Literaturgeschichte.

Die Geschichte des Brunnens ist eng mit der Entwicklung der Nürnberger Prateranlage verknüpft. Ursprünglich befand sich der Brunnen an der Prateranlage am Spittlertorgraben. Er wurde im Rahmen einer Stiftung durch Babette Bach errichtet, die die Stadt Nürnberg zur Ausschreibung einer Brunnenanlage veranlasste. Philipp Kittlers Entwurf setzte sich dabei durch. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Brunnen vermutlich aufgrund der jüdischen Herkunft der Stifterin im Jahr 1936 entfernt. Auch die Stifterinneninschrift sowie spezifische Jugendstilelemente wurden damals abgebaut. Ein ähnliches Schicksal ereilte den Neptunbrunnen auf dem Nürnberger Hauptmarkt, der bereits zwei Jahre zuvor entfernt worden war.

Der spätere Standort des Minnesängerbrunnens ist Gegenstand unterschiedlicher Angaben. Während manche Quellen eine erneute Aufstellung im Rosenaupark bereits im Jahr 1938 belegen, verorten andere die Neuaufstellung erst in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute steht der Brunnen im Rosenaupark, einem weiteren kleinen Grünraum in Nürnberg, der sich durch diverse Bepflanzung und ruhige Parkatmosphäre auszeichnet. Die Figuren des Brunnens sind durchweg detailliert gestaltet und tragen zur künstlerischen wie auch kulturellen Aussagekraft des Denkmals bei. Mittlerweile wurde auch der Name der Stifterin Babette Bach durch eine Bronzetafel wieder sichtbar gemacht, um ihre Rolle bei der Entstehung des Brunnens zu würdigen.

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