Pilatushaus
Highlights
- Das Pilatushaus ist ein spätgotisches Bürgerhaus aus dem Jahr 1489 am Tiergärtnertorplatz in Nürnberg.
- Es gilt als eines der wichtigsten Baudenkmäler der Nürnberger Altstadt und ist Teil der Historischen Meile.
- Das Gebäude zeigt heute sieben Geschosse mit Sandsteinsockel und Fachwerk sowie einen achteckigen Giebelerker.
Tipps
- Das Pilatushaus ist ein spätgotisches Bürgerhaus aus dem Jahr 1489 und befindet sich am Tiergärtnertorplatz unterhalb der Nürnberger Burg.
- Es zählt zu den wichtigsten Baudenkmälern der Nürnberger Altstadt und ist eine Station der Historischen Meile.
- Heute dient das Gebäude für Wechselausstellungen moderner Kunst und lädt zur Besichtigung seiner historischen Fassade ein.
Eigenschaften
Über Pilatushaus
Das Pilatushaus ist eine der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten der bayerischen Stadt Nürnberg. Es liegt im nördlichen Stadtteil St. Sebald, unweit der Nürnberger Burg, direkt am Tiergärtnertorplatz. Das spätgotische Bürgerhaus zählt zu den wenigen erhaltenden Bauten dieser Epoche in der Nürnberger Altstadt und ist eine Station der Historischen Meile Nürnberg. Mit seiner markanten Fachwerkkonstruktion und dem charakteristischen Spitzdacherker prägt es maßgeblich das Stadtbild am Fuße der Kaiserburg.
Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1489 vom Harnischmacher Hans Grünwald, einem Mitglied der damaligen Plattnerzunft, die für Adelige Rüstungen und Turnierausrüstungen fertigte. Die Eckfigur des Hauses zeigt den Heiligen Georg, den Schutzpatron der Ritter und Plattners, in voller Rüstung – ein deutlicher Hinweis auf den ursprünglichen Besitzer. Später wechselte das Haus mehrfach den Eigentümer, darunter auch der Bildhauer Veit Wirsberger, ein Zeitgenosse Albrecht Dürers. Der Name „Pilatushaus“ entstand im 17. Jahrhundert, als das Gebäude als Startpunkt einer Kreuzwegstation zum Johannisfriedhof diente. Daneben war es auch unter dem Namen „Haus zum geharnischten Mann“ bekannt.
Besondere Bedeutung erlangte das Gebäude im 19. Jahrhundert, als es vom Gründer des Germanischen Nationalmuseums, Hans von und zu Aufseß, bewohnt wurde. Über dem Eingang ist noch heute das Familienwappen der Aufseß’ aus dem Jahr 1853 zu sehen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Pilatushaus stark beschädigt, insbesondere die Rückseite durch eine nahe der Burg detonierte Bombe. Kurz vor Kriegsende wurde das beschädigte Gebäude zusammen mit dem Nachbarhaus im Originalstil rekonstruiert. Seit 1931 gehört das Haus der Stadt Nürnberg, von der es 2022 für 60 Jahre an die Altstadtfreunde Nürnberg in Erbpacht übergeben wurde.
Das Pilatushaus war bis 2011 bewohnt, musste dann jedoch aufgrund akuter Bausubstanzprobleme geräumt werden. Um einen drohenden Einsturz zu verhindern, wurde das Gebäude bis ins dritte Obergeschoss abgestützt. Zukünftig ist eine umfassende Sanierung geplant, die unter anderem Räume für eine Gaststätte, Büros und Wohnungen vorsieht. Inzwischen dient das Haus auch als Ausstellungsraum für moderne Kunst und kann an Wochenenden besichtigt werden, wobei der Blick vom Dachgeschoss einen besonders eindrucksvollen Ausblick über Nürnberg bietet.
Mit einer Bewertung von 4,80 von 5 Sternen bei über 300 Bewertungen gehört das Pilatushaus zu den besonders geschätzten Kulturdenkmälern der Stadt. Es verkörpert nicht nur die baugeschichtliche Bedeutung der Spätgotik, sondern auch die lebendige Tradition des mittelalterlichen Handwerks und der bürgerlichen Baukultur Nürnbergs. Als Zeuge seiner Zeit und Schauplatz wechselnder Nutzung – von Wohnhaus über Kunstsitz bis hin zu kulturellem Zentrum – bleibt das Pilatushaus ein unverzichtbarer Bestandteil der Nürnberger Stadtgeschichte.