Kirche/Kloster

Reformations-Gedächtnis-Kirche (Nürnberg)

Berliner Pl. 11, 90489 Nürnberg

Highlights

  • Die Reformations-Gedächtnis-Kirche in Nürnberg wurde von 1935 bis 1938 erbaut und 1949 nach Kriegszerstörungen neu eingeweiht.
  • Das zwölfeckige Kirchengebäude erinnert architektonisch an eine mittelalterliche Burg und weist Dreifaltigkeitssymbolik auf.

Tipps

  • Die Kirche ist barrierefrei über eine Rampe an der Seitentür erreichbar, auch wenn das Hauptportal geschlossen sein sollte.
  • Architektonisch beeindruckendes Gebäude mit monumentaler Innenraumgestaltung und historischer Orgel aus dem Jahr 1949.
  • Öffnungszeiten variieren, daher vor Besuch prüfen, ob die Kirche für Besucher geöffnet ist oder nur während Gottesdiensten zugänglich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Reformations-Gedächtnis-Kirche (Nürnberg)

Die Reformations-Gedächtnis-Kirche in Nürnberg ist ein evangelisches Gotteshaus im Stadtteil Maxfeld, unweit des Nürnberger Stadtparkes am Berliner Platz gelegen. Der markante Rundbau mit seinen drei Türmen erinnert äußerlich an eine mittelalterliche Burg und steht damit in bewusstem Kontrast zu den meisten Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts, die sich häufig am Bauhaus-Stil orientierten. Errichtet wurde die Kirche nach Plänen des Architekten Gottfried Dauner zwischen 1935 und 1938. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude schwere Kriegsschäden, wurde aber in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut und 1949 neu eingeweiht.

Das Innere der Kirche überzeugt durch einen reduzierten, dennoch eindrucksvollen sakralen Raum. Der zwölfseitige Rundbau sowie die klaren Formen spiegeln den architektonischen Geist der Zeit wider, ohne dabei auf sakrale Symbolik zu verzichten. Die Triumphkreuzgruppe über dem Altar sowie das Taufbecken stammen vom Bildhauer Bernhard Bleeker. Der Entwurf des Innenraums geht teilweise auf German Bestelmeyer zurück, unter dessen Leitung Gottfried Dauner als Mitarbeiter tätig war. Die Kirche dient heute als Sitz des Dekans im Evangelisch-Lutherischen Prodekanat Nürnberg-Nord.

Eine besondere Rolle spielt die historische Orgel der Kirche, deren Ursprünge in der Orgelbauwerkstatt Steinmeyer in Oettingen liegen. Aus Angst vor Kriegszerstörungen wurde das Instrument zeitweise ausgelagert und erst 1949 in die wiederaufgebaute Kirche zurückversetzt. Nach umfassenden Restaurationen in den Jahren 1988 und 2018 verfügt sie heute über 45 Register auf drei Manuale und Pedal. Im Glockenturm befinden sich sechs Glocken, darunter fünf aus dem Jahr 1953 und eine kleinere aus dem Jahr 1936, die noch aus dem ursprünglichen Geläut stammt.

Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kulturelles Zentrum mit barrierefreiem Zugang über eine Rampe. Teil des Projekts „Offene Kirche“ gewährt sie regelmäßig Zugang zu ihren Räumen, sofern nicht ausdrücklich geschlossen. Die Außenfassade mag zunächst distanziert wirken, doch der monumentale Charakter des Bauwerks offenbart bei näherem Hinsehen seine architektonische und symbolische Kraft – ganz im Sinne des reformatorischen Gedankenguts, das im Namen verankert ist.

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