Museum

Lepsiushaus Potsdam

Große Weinmeisterstraße 45, 14471 Potsdam-Nördliche Vorstadt

Highlights

  • Das Lepsiushaus Potsdam dokumentiert den ersten modernen Völkermord (1915/16) und die humanitären Hilfsinitiativen von Johannes Lepsius.
  • Archiv und Forschungsschwerpunkte umfassen Genocide-Studies, Missionen im Osmanischen Reich und humanitäre Rettungsaktionen für Armenier.
  • Gegründet 2005 als Gedenkort für den Völkermord, verbindet das Haus historisches Erbe mit aktueller Genozidforschung.

Tipps

  • Die Ausstellung thematisiert die historischen Zusammenhänge des Völkermords an den Armeniern und zeigt gleichzeitig humanitäre Initiativen des frühen 20. Jahrhunderts auf.
  • Das Lepsiushaus Potsdam bewahrt originale Dokumente und Materialien des Johannes-Lepsius-Archivs, die Einblicke in die Rettungsarbeit und Dokumentation der Ereignisse bieten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Geschichte im Lepsiushaus Potsdam-Nördliche Vorstadt

Als eines der wenigen Zentren weltweit verbindet es historische Forschung mit humanitärem Erbe und setzt sich für die Dokumentation der Ereignisse sowie die Erinnerung an die Betroffenen ein. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Verbrechen, sondern auch die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft und die Initiativen, die Leben retten wollten.

Der Name des Hauses geht auf den Historiker und Publizisten Johannes Lepsius zurück, dessen Engagement als einer der ersten modernen Zeugen des Völkermords und als Initiator eines großangelegten Hilfswerks für die verfolgten Armenier im Osmanischen Reich von zentraler Bedeutung war. Lepsius sammelte Beweise, dokumentierte die Verbrechen und organisierte humanitäre Hilfe – ein Einsatz, der bis heute als Vorläufer moderner Genocide-Studies gilt. Das heutige Logo des Lepsiushauses nimmt Bezug auf das Original des Lepsius-Hilfswerks und unterstreicht die Kontinuität dieser humanitären Tradition.

Seit seiner Gründung in Potsdam – nach einer Phase in Halle-Wittenberg – widmet sich das Institut vor allem der Erforschung von Genozidforschung, der Geschichte des Humanitarismus um 1900 und der Moralgeschichte extremer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert. Ein besonderer Fokus liegt auf der Biografie von Missionarinnen und Missionaren im Osmanischen Reich sowie der Analyse von Rettungsinitiativen. Durch archivierte Bestände und wissenschaftliche Projekte trägt das Lepsiushaus dazu bei, das historische Wissen lebendig zu halten und gegenwärtige Debatten zu inspirieren.

Die Einrichtung wurde 2005 in Anwesenheit internationaler Gäste feierlich eröffnet, um das Gedächtnis an den Völkermord und die humanitären Bemühungen der Zeit zu bewahren. Seitdem arbeitet das Lepsiushaus eng mit Historikerinnen und Historikern zusammen, darunter Ulrich Rosenau, der als ehrenamtlicher Geschäftsführer die Forschung zu Missionsgeschichte und Hilfswerken vorantreibt. Der Bestand des Archivs, verwaltet unter anderem von Bartholomäus Kühn, bietet einzigartige Einblicke in die Ereignisse und dient als Grundlage für aktuelle Studien.

Als Ort der Erinnerung und des Lernens verbindet das Lepsiushaus Potsdam historische Aufarbeitung mit zeitgemäßer Forschung. Es zeigt, wie Wissen über Völkermord und humanitäres Handeln bis in die Gegenwart wirken kann – und lädt dazu ein, sich mit den Lehren der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Besonders in der Nördlichen Vorstadt, einem historischen Zentrum Potsdams, steht das Haus als Mahnmal und Denkort für die Verantwortung, die aus der Auseinandersetzung mit solchen Verbrechen erwächst.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…