Hochgangsäge
Highlights
- Die Gallus-Säge in Oberharmersbach ist eine historische Hofsäge aus dem Jahr 1834 und wird heute als kleines Museum geführt.
- Mit Wasserkraft werden Schwarzwaldtannen zu Brettern und Balken verarbeitet – erlebbar bei kostenlosen Führungen ganzjährig.
- Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Lourdesgrotte sowie die Maria Hilf Kapelle, beides sehenswert nach der Sägenführung.
Tipps
- Führungen dauern etwa eine Stunde und finden an ausgewählten Terminen zwischen April und Oktober statt, vorab sollte man sich über die aktuellen Termine informieren.
Eigenschaften
Über Hochgangsäge
Die Hochgangsäge in Oberharmersbach, Baden-Württemberg, ist eine voll funktionsfähige historische Sägemühle aus dem Jahr 1834. Sie zählt zu den bedeutenden Kultur- und Technikdenkmälern der Region und bietet Besucherinnen und Besuchern ein anschauliches Bild davon, wie mit Wasserkraft heimische Rohstoffe verarbeitet wurden. Die Anlage liegt im Zuwälder Tal am Eingang des Harmersbachtals und wird heute als kleines Museum geführt. Neben der eigentlichen Sägemaschine sind auch verschiedene Schautafeln vor Ort, die Einblicke in die historische Nutzung und Funktion der Anlage geben.
Die Sägemühle wurde im Zuge umfangreicher Restaurationsarbeiten in den 1990er Jahren wieder betriebsfähig gemacht. Dabei wurde unter anderem das marode Holzwasserrad erneuert, welches später durch ein stabileres Eisenrad ersetzt wurde. Mit einem Durchmesser von 4,5 Metern und 40 Schaufeln schöpfte das Rad ein Volumen von 65 Litern Wasser pro Umdrehung, um die Mechanik der Säge anzutreiben. Die Kraft des Wassers ermöglichte es, Tannenstämme direkt vor Ort in Bretter und Balken zu sägen – eine Technik, die im 19. Jahrhundert weit verbreitet war und nicht nur den Eigenbedarf deckte, sondern auch zur Produktion von Gütern für die umliegende Region diente.
Öffentliche Führungen finden zu bestimmten Terminen statt, wobei die Besichtigungsdauer etwa eine Stunde beträgt. Während der Führung wird die Funktionsweise der Säge anschaulich erklärt, und bei laufendem Wasser kann das historische Verfahren hautnah miterlebt werden. Die Führung gilt als familienfreundlich und vermittelt einen lebendigen Eindruck davon, wie vor Jahrzehnten mit einfachen Mitteln komplexe mechanische Prozesse realisiert wurden. Nach der Besichtigung besteht die Möglichkeit, die direkt in der Nähe gelegene Lourdesgrotte, auch bekannt als Kriegergedächtnisgrotte, zu besuchen. Die nur wenige Gehminuten entfernte Kapelle sowie die Maria Hilf Kapelle Zuwald runden das kulturelle Angebot in unmittelbarer Umgebung ab.
Die Hochgangsäge ist Teil eines größeren Kultur- und Naturerbes im Mittleren Schwarzwald und veranschaulicht eindrucksvoll die Tradition der Wasserkraftnutzung im Harmersbachtal. In früheren Zeiten zählten hier bis zu 60 Wasserräder zu den aktiven Anlagen, von denen die Gallussäge eine der letzten erhaltenen ist. Ihre Erhaltung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Familie Lehmann, des Gallushofs sowie der Gemeinde Oberharmersbach und des Historischen Vereins. Kulinarik in Form von traditionellen Speisen ist in Gasthäusern in unmittelbarer Nähe möglich, etwa im Gasthaus Linde Obertal oder im Zuwälder Stüble.