Denkmal/Gedenkstätte

Sturmannshaus

Haubenegg 4, 87538 Obermaiselstein

Tipps

  • Bei enger Kleidung und festem Schuhwerk ist die Höhle auch in schmalen Gängen bequem zu erkunden.
  • Die stündlichen Führungen bieten genügend Zeit, die Tiefen und Besonderheiten der Spalthöhle in Ruhe zu entdecken.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Naturinteressierte, die enge Gänge und geologische Formationen schätzen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Sturmannshaus

Das Sturmannshaus in Obermaiselstein, Bayern, beherbergt die einzige begehbare Spalthöhle im Allgäu. Die Höhle erstreckt sich über einen begehbaren Spalt von rund 290 Metern Länge und bietet Einblicke in eine über 120 Millionen Jahre alte Erdgeschichte. Geologisch entstand sie in Schrattenkalk, der sich während der Alpenfaltung senkrecht aufgefaltet hat. Wasser und Verwerfungen sorgten im Laufe der Zeit für die Spaltung entlang der Gesteinsschichten. Besonders der hintere Teil der Höhle weist eine sackartige Form auf und bildet eine sogenannte Kältefalle. Dort fand sich einst ein Eisrest aus der Würm-Eiszeit, dessen Alter durch eingeschlossenen Pollen auf etwa 20.000 Jahre datiert wurde.

Die erste dokumentierte Erkundung der Höhle erfolgte 1815 durch den Allgäuer Heimatforscher Dr. Geiger, der jedoch nur wenige Meter vordringen konnte. Erst über hundert Jahre später, 1904, gelang es einer Gruppe aus Pfarrer, Lehrer und Landwirten, tiefer vorzudringen. Im Jahr darauf wurde die Höhle feierlich für Besucher eröffnet. Heute ist sie mit moderner LED-Beleuchtung ausgestattet, die sowohl die Felsformationen effektvoll in Szene setzt als auch den Höhlenbewohnern wie Fledermäusen entgegenkommt. Die Führung führt durch enge Gänge, über Metallstege und Treppen hinab in die Tiefe des Schwarzenbergs, vorbei an Wasserläufen und markanten geologischen Strukturen bis hin zum sogenannten Drachentor.

Die Sturmannshöhle ist ganzjährig geöffnet, wobei die Führungszeiten je nach Saison variieren. In der Hochsaison finden stündlich Führungen statt, die Besucher auf einen unterirdischen Rundgang entführen. Der Weg zur Höhle führt von einem Kiosk aus, wobei die Gehzeiten vom Parkplatz und die Ticketabholung im Vorfeld berücksichtigt werden sollten. Die Tour bietet ein abwechslungsreiches Erlebnis mit engen Passagen, steilen Abstiegen und stimmungsvoller Atmosphäre, die von Besuchern als abenteuerlich und faszinierend beschrieben wird. Auch die Erklärungen der Führungskräfte tragen zur anschaulichen Vermittlung der Höhlengeschichte bei.

Einige Gäste betonen, dass die Höhle zwar nicht über besonders prächtige Tropfsteinformationen verfügt, jedoch durch die Tiefe, Enge und den wilden Bach im Inneren überzeugt. Die Kombination aus geologischen Besonderheiten, historischen Entdeckungen und der modernen Beleuchtung schafft eine faszinierende Stimmung, die den Besuch lohnt. Fotografische Eindrücke zeigen unter anderem steile Treppen, metallene Gitterbrücken, farbige Lichtakzente im Gestein sowie eine Gedenktafel mit Hinweisen zur Entdeckungsgeschichte. Die Sturmannshöhle ist damit ein kulturhistorisch wie geologisch bedeutsamer Ausflugsort im bayerischen Allgäu.

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